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Hecking in Hannover: Ein bisschen Nutzen ziehen

Nürnberg (dpa) - 29.01.2010, 13:15 Uhr

FCN-Trainer Dieter Hecking trifft am 20. Spieltag auf seinen Ex-Club Hannover 96.
FCN-Trainer Dieter Hecking trifft am 20. Spieltag auf seinen Ex-Club Hannover 96.

Ob er will oder nicht - Dieter Hecking muss bei seiner Rückkehr nach Hannover viele Hände schütteln. Der Trainer des 1. FC Nürnberg trifft im Kellerduell auf seinen Ex-Club Hannover 96, den er nach dem zweiten Spieltag am 19. August 2009 unfreiwillig verlassen hatte.

Der 45-Jährige wohnt weiterhin in Bad Nenndorf vor den Toren Hannovers und hat dort viele Bekannte. «Was soll man sagen, wenn man zu seinem Verein zurückkommt. Nicht ich spiele gegen Hannover, sondern meine Spieler. Das ist das Einzige, was man in den Vordergrund rücken sollte», kommentierte Hecking gewohnt nüchtern das Wiedersehen.

Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga kennt keine Wehmut. Sowohl Hecking als auch der mit ihm befreundete 96-Coach Mirko Slomka warten auf den ersten Sieg mit ihren neuen Teams. Beide Trainer haben ein Erfolgserlebnis bitter nötig. «Siege sind die beste Medizin. Nur mit Unentschieden kommen wir da unten nicht raus», sagte Hecking. Sein Ex-Club Hannover 96 hat rund um das Spiel ein Ehemaligen-Treffen organisiert. Auch Hecking, der als Profi 74 Partien für die Niedersachsen absolvierte, ist eingeladen. «Dieter weiß, dass er kommen kann», teilte der Verein am Freitag mit.

Hecking kennt im Duell des Tabellen-16. gegen den 17. beide Mannschaften ganz genau. «Vielleicht kann ich aus allem, was ich über Hannover weiß, ein bisschen Nutzen ziehen. 96 hatte andere Saisonziele, die Spieler können aber mit Druck umgehen», urteilte der Club-Trainer über seine ehemalige Mannschaft, in der er nicht nur Freunde hatte. «Die Motivation, gegen den Ex-Trainer zu spielen, ist immer groß. Es ist doch normal, dass da welche sagen, der darf hier nicht gewinnen», erklärte Hecking.

Das könnte vor allem auf Mike Hanke zutreffen. Der frühere Nationalspieler hatte bei Hecking keinen leichten Stand, schmorte die meiste Zeit auf der Bank, darf aber bei der Heim-Premiere von Slomka von Beginn an stürmen. «Es ist eine Chance für ihn, sich zu etablieren. Mike weiß, worum es geht», erklärte der 96-Trainer. Er will gegen die Franken mit einem Stoßstürmer und zwei Offensivspielern ein ähnliches 4-2-3-1-Spielsystem ausprobieren, wie es Hecking lange Zeit in Hannover praktizierte.

Bei den Nürnbergern fehlt der gesperrte Kapitän Andreas Wolf. Für ihn soll Javier Pinola in die Innenverteidigung rücken. Die Hoffnungen ruhen auf dem bisherigen HSV-Profi Mickael Tavares, der im defensiven Mittelfeld neben Bayern-Leihgabe Andreas Ottl für Stabilität sorgen soll.


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