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Dreikampf der Altmeister: Routiniers wollen Titel

Düsseldorf (dpa) - 29.01.2010, 13:27 Uhr

Trainer Heynckes hat mit Leverkusen in der Rückrunde gegen den FC Bayern und Schalke Heimvorteil
Trainer Heynckes hat mit Leverkusen in der Rückrunde gegen den FC Bayern und Schalke Heimvorteil

Renaissance der Routiniers - im Rennen um die deutsche Fußball-Meisterschaft steht ein Dreikampf der ältesten Bundesliga-Trainer bevor.

Anders als in den vorigen Jahren, als durch den WM-Hype um den damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann neue, unverbrauchte Typen hoch im Kurs standen, ist die Wertschätzung für erfahrene Fußball-Lehrer gewachsen. Mit Jupp Heynckes (Leverkusen), Louis van Gaal (München) und Felix Magath (Schalke) führen drei ausgebuffte Coaches die Tabelle vor dem 20. Spieltag an. Im Wettstreit der Altmeister ist nicht nur taktisches, sondern auch psychologisches Geschick gefragt. So begegnet Heynckes den Zweifeln an der Titelreife der häufig im Endspurt schwächelnden Leverkusener mit demonstrativer Zuversicht: «So leicht sind wir da oben nicht wegzuholen.»

Das Selbstvertrauen des viermaligen Vizemeisters (41 Punkte), der die Verfolger aus München (39) und Gelsenkirchen (38) seit Wochen auf Distanz hält, kommt nicht von ungefähr. Als einziges Team ist Bayer noch ungeschlagen und genießt im Saisonfinale gegen beide Verfolger Heimrecht. Selbst Rückschläge wie der neuerliche Ausfall von Simon Rolfes lassen Heynckes kalt. Und auch die Aufholjagd der Münchner macht ihm keine Angst. In der Partie gegen Freiburg soll der Platz an der Sonne erfolgreich verteidigt werden. «Ich sehe auch das imposante Potenzial des FC Bayern, weiß aber, was meine Mannschaft leisten kann», sagte der einstige Coach von Real Madrid dem «kicker».

Trotz der Stabilität der Leverkusener gilt der Rekordmeister als Titelfavorit. Nach 18 Punkten mit 20:6-Toren aus den vergangenen sechs Spielen wähnen sich die Bayern auf bestem Weg zurück an die Spitze, die sie seit 53 Spieltagen nicht mehr innehatten. Doch weniger die jüngste Erfolgsbilanz als vielmehr die Rolle von Franck Ribéry sorgte vor dem Heimspiel gegen Mainz für Gesprächsstoff. Obwohl der Franzose seine gesundheitlichen Probleme überstanden hat, will Trainer van Gaal ihn nicht in der Startelf beordern: «Ich denke, er ist noch nicht fit. Das dauert noch.»

Anders als Heynckes und van Gaal meidet Magath das Wort Meisterschaft. Wie schon im Vorjahr als Trainer des späteren Titelträgers Wolfsburg stapelt er in Anspielung auf das geringe Durchschnittsalter seiner Profis tief: «Je näher es dem Ende zugeht, desto mehr spielt Erfahrung eine Rolle.» Es passt ins Bild, dass Magath die zuletzt dreimal unterlegenen Hoffenheimer vor deren Auftritt «auf» Schalke starkredet: «Wir müssen uns davor hüten zu glauben, wir hätten leichtes Spiel. Hoffenheim wird unter Wert gehandelt.»


Der hinter dem Führungstrio in Lauerstellung liegende BVB (36) schickt sich an, zur größten Saisonüberraschung zu werden. Seit zwölf Spielen ist der Talentschuppen ungeschlagen und könnte im Falle eines Erfolgs beim VfB Stuttgart mit dem siebten Sieg in Serie den Vereinsrekord egalisieren. Einfach wird das nicht: Gastgeber VfB macht unter der Regie von Trainer Christian Gross Fortschritte. «Die haben da unter nichts verloren», urteilte der Dortmunder Coach Jürgen Klopp angesichts der VfB-Serie von vier Spielen ohne Niederlage.

Nicht minder spannend geht es Tabellenkeller zu. Mit Hannover - Nürnberg und Hertha - Bochum duellieren sich vier Teams aus der Gefahrenzone. Vor allem Schlusslicht Berlin (10) ist zum Erfolg verdammt. Hoffnungen ruhen auf dem von Leverkusen ausgeliehenen Theofanis Gekas. Vor der Partie gegen seinen ehemaligen Club Bochum (20), den er damals mit seinen Toren vor dem Abstieg bewahrte, sprach er seinen Mitstreitern Mut zu: «Damals waren wir in einer vergleichbaren Situation und konnten uns daraus befreien.»

Wie Gekas trifft auch Dieter Hecking auf seinen ehemaligen Club. An alter Wirkungstätte in Hannover (17) will Hecking seinen ersten Sieg als Trainer des 1. FC Nürnberg (13) feiern. Dass er dabei auf seinen befreundeten Kollegen Mirko Slomka trifft, erhöht den Reiz der Partie. Für die vielen Fragen nach seiner Rückkehr brachte Hecking jedoch wenig Verständnis auf: «Nicht ich spiele gegen Hannover, sondern meine Spieler spielen gegen 96. Das ist das einzige, was man in den Vordergrund rücken sollte.»

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