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Van Nistelrooy und Co. - Karussell in Schwung

Düsseldorf (dpa) - 28.01.2010, 22:19 Uhr

Ruud van Nistelrooy ist der prominenteste Neuzugang der Fußball-Bundesliga.
Ruud van Nistelrooy ist der prominenteste Neuzugang der Fußball-Bundesliga.

Panikkauf oder sinnvolle Last-Minute-Investition? Nach anfänglicher Zurückhaltung der Fußball- Bundesligisten im Winterschlussverkauf ist das Spieler-Karussell kurz vor dem Ende der Transferperiode mächtig in Schwung geraten.

Bis zum 1. Februar (12.00 Uhr) haben die Clubs noch Zeit, Spieler auf die Transferliste setzen zu lassen. Bis 24.00 Uhr müssen alle Verträge unterschrieben bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorliegen. Bis kurz vor dem Rückrunden-Auftakt vor 14 Tagen hatten die 18 Vereine nur 24 Neuzugänge für knapp über sieben Millionen Euro geholt. Doch seitdem sind einige Clubs auf dem Schnäppchenmarkt sehr aktiv. Sie wissen: Je näher der Transferschluss rückt, desto mehr fallen die Preise. So wartete Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen lange, ehe Halil Altintop (Schalke) bis zum Saisonende unterschrieb. «Die Preise am 28. Januar sind nicht identisch mit denen am 28. Dezember», sagte Bruchhagen im «kicker».

Der Altintop-Deal macht für beide Seiten Sinn: Schalkes Trainer Felix Magath, der in der Winterpause bereits sechs Neue für rund drei Millionen Euro holte, kann den türkischen Nationalspieler von der Gehaltsliste streicheln. Und die Hessen freuen sich über einen guten Stürmer, der für die verletzten Ionannis Amanatidis und Martin Fenin in die Bresche springen soll. Zuvor hatte Frankfurt Ricardo Clark (Houston Dynamo) geholt und Topverdiener Mehdi Mahdavikia (Teheran) abgegeben.

Den spektakulärsten Last-Minute-Coup landete der Hamburger SV mit der ablösefreien Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy (Real Madrid). Der 33-jährige Niederländer soll die Hanseaten in die Champions League schießen und will sich für den WM-Kader empfehlen. «Dass ein Star wie van Nistelrooy zu uns kommt, ist ein Ausrufezeichen für unsere Entwicklung», sagt HSV-Clubchef Bernd Hoffmann stolz. Selbst die Konkurrenz reagierte entzückt auf die neue Attraktion. «Er ist ein Weltklasse-Torjäger. Wenn er fit ist, ist es wunderbar für die Bundesliga», lobte Trainer Jupp Heynckes vom Spitzenreiter Bayer Leverkusen. Nürnbergs Coach Dieter Hecking urteilte: «Jeder Superstar tut der Bundesliga gut.»

Überzeugt von seinem «Schnäppchen» Jan Simak, der beim VfB Stuttgart keine Zukunft mehr hatte, ist auch der FSV Mainz 05. «Er kann bei uns außergewöhnliche Leistungen bringen», sagte Trainer Thomas Tuchel über den Mittelfeldspieler, der für eine Ablöse im unteren sechsstelligen Bereich zu haben war. Simak ist nach Adam Szalai, Fabian Götze und Jared Jeffrey schon der vierte Winter- Einkauf der Mainzer, die nach Schalke (6) am aktivsten waren. Bisher rüsteten nur Bayern München, 1899 Hoffenheim, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach nicht nach.


Lange gewartet hat auch der 1. FC Köln, ehe er seinen ersten Neuzugang präsentierte. Der serbische Nationalspieler Zoran Tosic, der bis Saisonende von Manchester United ausgeliehen wurde, soll das dürftige Angriffsspiel beleben. Der 1. FC Nürnberg holte nach Andreas Ottl und Breno in HSV-Profi Mickael Tavares lieber einen dritten Defensivakteur.

In VfB-Akteur Yildiray Bastürk (Blackburn Rovers) verließ unterdessen ein weiterer Prominenter die Eliteliga. Und sogar der unter Trainer Christian Gross unzufriedene Nationalspieler Thomas Hitzlsperger sondiert den Markt, obwohl er «am liebsten bleiben» würde. In Frankfurt zeigt sich Torhüter Oka Nikolov wechselwillig. Ricardo Costa verließ den Meister VfL Wolfsburg bereits und unterschrieb beim OSC Lille. Der VfL hatte zuvor den brasilianischen Innenverteidiger Réver für eine Ablöse von fünf Millionen Euro bis 2014 verpflichtet.

Ein anderer spektakulärer Wechsel scheiterte bisher: Wolfsburg und Schalke konnten sich nicht über die Ablöse für Rafinha einigen. Nun geht Magath davon aus, «dass er bleibt», aber das Pokerspiel dauert womöglich bis zur letzten Minute. Hannover 96 konnte die avisierten Transfers von Gerald Asamoah (Schalke) und Elson (Stuttgart) bislang nicht realisieren. Nichts mehr tun will Werder Bremen. «Alle kaufen Spieler, erst Schalke, jetzt Hamburg. Das sorgt natürlich in unserem Umfeld für Unruhe», sagte Manager Klaus Allofs. «Aber wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen.»

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