Guerrero sitzt in Peru fest: Flugangst
Hamburg (dpa) - 26.01.2010, 17:34 Uhr
Der Hamburger José Paolo Guerrero im Mai 2009.
Stürmer Paolo Guerrero sitzt in seiner Heimat Peru fest, weil er unter Flugangst leidet. Der 26-Jährige, der wegen eines Kreuzbandrisses noch pausieren muss, sollte schon lange beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV sein. Der HSV bestätigte Meldungen Hamburger Zeitungen, dass Guerrero bereits dreimal binnen einer Woche ein Flugzeug bestiegen hatte, die Maschine kurze Zeit später aber wieder verließ. Wegen der Flugangst hat er sogar einen Termin beim Kniespezialisten Richard Steadman in den USA platzen lassen. «Das ist eine Angelegenheit, die sehr stark in private Bereiche geht», erklärte Labbadia auf der HSV-Homepage. «Ich maße mir in diesem Fall nicht die Kompetenz an, den Fall beurteilen zu können.» Ansonsten gehe es Guerrero körperlich gut: «Er ist in seiner Reha weiter im Soll.»
In der vergangenen Woche war Teammanager Marinus Bester nach Peru geflogen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. «Paolo will es noch einmal mit dem Flieger probieren», sagte Pressesprecher Jörn Wolf. Falls der vierte Versuch auch scheitert, will sich der HSV Alternativen überlegen. Eine Schiffsreise von Peru nach Deutschland würde rund drei Wochen dauern. Zudem könnte Guerrero an Bord eines Frachtschiffes kein Rehabilitationstraining absolvieren. Seine Genesung würde sich damit verzögern. Nachdem am Vortag Torjäger Ruud van Nistelrooy verpflichtet worden ist, hat Guerrero ohnehin nicht mehr die besten Karten beim HSV. Der Peruaner, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, forderte in den Verhandlungen deutlich höhere Bezüge, die der HSV zu zahlen nicht bereit ist. «Seine Verhandlungssituation hat sich grundsätzlich verändert», sagte der Vereinsvorsitzende Bernd Hoffmann. Die Flugangst schwächt Guerreros Verhandlungsposition. Schließlich muss die Mannschaft mehrmals in der Saison per Flugzeug zu ihren Auswärtsspielen in der Bundesliga und in der Europa League reisen. Guerrero, der schon immer über leichte Flugangst klagte, hat seit August vergangenen Jahres zunehmend Probleme mit dem Fliegen. Damals erlebten er und sein Team einen unruhigen Flug bei der Heimreise vom Europa-League-Spiel gegen den französischen Zweitligisten EA Guingamp. In Paris musste die Maschine wegen Hydraulikproblemen zwischenlanden.
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