Wolfsburg trennt sich von Trainer Veh
25.01.2010, 17:05 Uhr
Trainer Armin Veh (l) muss seinen Platz beim VfL Wolfsburg räumen.
Wolfsburg (dpa) - Beurlaubung mit Ansage: Die Ära Armin Veh beim deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg ist beendet. Bereits nach zehn Tagen im Amt muss der neue VfL-Manager Dieter Hoeneß einen neuen Trainer suchen. Der bisherige Coach wurde vom Bundesligisten freigestellt. Der bisherige Amateurtrainer Lorenz-Günther Köstner soll als Interimscoach den VfL beim nächsten Bundesligaspiel beim Hamburger SV betreuen. Es ist der siebte Trainerwechsel der laufenden Saison in der Fußball-Bundesliga. «Zuletzt neun Pflichtspiele ohne Sieg und die hohe Anzahl von 38 Gegentoren in der Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache. Wir waren nicht mehr der Überzeugung, dass wir die Situation gemeinsam mit Armin Veh in absehbarer Zeit hätten ändern können», sagte Hoeneß in einer ersten Stellungnahme nach zuvor stundenlangen Gesprächen mit den Verantwortlichen des VfL-Eigentümers VW.
Die Entscheidung hatte sich nach dem Spiel gegen den 1. FC Köln angedeutet. Nach der 2:3-Niederlage war Veh endgültig nicht mehr zu halten. Bereits während des Spiels hatten die Fans lautstark «Armin raus» skandiert. Angesichts katastrophaler Abwehrleistungen in den vergangenen Wochen und nunmehr bereits zehn Punkten Rückstand auf einen Europapokalplatz war nun auch die Geduld bei den VW-Bossen endgültig zu Ende. «Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nach den vielen negativen Erlebnissen der letzten Wochen handeln mussten - auch um einen Neuanfang zu starten. Die Stimmung rund um den VfL wäre zu belastet gewesen, um daraus Kraft für künftige Erfolge schöpfen zu können», sagte VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz. Der 57 Jahre alte Köstner ist nur eine Übergangslösung. «Der Nachfolger steht noch nicht fest», sagte ein VfL-Sprecher. Als Veh-Nachfolger werden in Wolfsburger Medien Bernd Schuster, Huub Stevens und Marco van Basten gehandelt. Als Favorit von Manager Hoeneß gilt Stevens, der bereits bei Hertha BSC mit Hoeneß zusammen gearbeitet hatte. Aktuell ist der Niederländer offenbar jedoch nicht aus seinem Vertrag mit RB Salzburg loszueisen. Möglich erscheint jedoch, dass Stevens im Sommer kommt. |