VfB hält Serie und Hitzlsperger - SC in der Krise
Freiburg (dpa) - 24.01.2010, 16:28 Uhr
Die Stuttgarter Mannschaft feiert nach dem Abpfiff mit den Fans den 0:1-Auswärtssieg.
Freiburg (dpa) - Der VfB Stuttgart ist zumindest vorerst die gröbsten Abstiegssorgen und seine größte Personaldebatte los. Dank des 1:0 (1:0) beim SC Freiburg, dem bereits dritten Sieg in Serie unter dem neuen Trainer Christian Gross, hat der VfB nun fünf Punkte Vorsprung auf Platz 16. Nationalspieler Thomas Hitzlsperger erklärte danach, trotz seines Stammplatz-Verlustes und der Gefahr, deshalb nicht mit zur WM zu fahren, erst einmal in Stuttgart bleiben zu wollen. «Es ist mein Wunsch, die Runde beim VfB zu beenden», sagte der 27-Jährige. «Ich habe auch noch mit niemandem gesprochen.» Ausruhen will sich auf diesen Sachständen allerdings niemand im Verein. Über die Situation im Abstiegskampf sagte Gross: «Die drei Punkte im Derby tun uns gut. Aber es gibt noch viel zu tun.» Auch Präsident Erwin Staudt sieht den «Klassenerhalt weiter in Gefahr», wie er beim Neujahrsempfang des VfB betonte. Selbst im Fall Hitzlsperger stehen noch Hintertüren offen. «Ob es zu einem Wechsel kommt, liegt an ihm und den Interessenten. Wir werden ihm aber sicherlich nicht sagen, dass er den Verein verlassen soll», meinte Manager Horst Heldt. Zuletzt war in Stuttgart viel über den Verkauf von Hitzlsperger, Elson und Yildiray Bastürk spekuliert worden. Zumindest der Brasilianer und der Türke sollen noch gehen.
Der SC Freiburg könnte jeden der drei gebrauchen. Bei ihm verläuft der sportliche Weg zurzeit genau entgegengesetzt. Der Aufsteiger wartet seit vier Spielen auf einen Sieg und ein Tor, ist weiter die heimschwächste Mannschaft der Fußball-Bundesliga und spielte in diesem Derby trotz eines sichtbaren Aufbäumens in der zweiten Hälfte lange Zeit so harm- und ideenlos wie ein Absteiger. «Ich weiß, dass wir drei Mannschaften hinter uns lassen können. Aber es wird für uns auch immer enger», sagte Kapitän Heiko Butscher. Immerhin kam die Konkurrenz aus Hannover, Nürnberg und Berlin einen Tag später gar nicht oder nur unwesentlich an den SC heran. So bleibt er weiter 15. Die unterschiedlichen Entwicklungen in Stuttgart und Freiburg haben auch etwas mit den beiden Trainern zu tun. Gross hat dem VfB in nur wenigen Wochen verordnet, was dem SC immer mehr abgeht: eine klare Struktur und jede Menge Selbstvertrauen. «Wir waren das bessere Team», sagte Ciprian Marica, der in der 41. Minute das 1:0 schoss und ein gutes Beispiel dafür ist, wie Gross' Maßnahmen fruchten. Seit seinem Amtsantritt setzt der Schweizer im Sturm auf ihn und Pawel Pogrebnjak. Und seitdem hat mindestens einer der beiden immer getroffen. Auch Präsident Staudt lobte den neuen Trainer am Sonntag ausdrücklich. Unter Gross sei der Verein «auf dem richtigen Weg». Freiburgs Robin Dutt hat zurzeit kein so glückliches Händchen. Seit Wochen bastelt er an seiner Elf herum. Felix Bastians und Cedric Makiadi kamen in dieser Zeit auf je drei verschiedenen Positionen zum Einsatz. Mit Daniel Williams zog Dutt das nächste Talent aus der Reserve hoch. Spielerisch entwickelt sich der SC so eher zurück als voran. Doch der Coach stellt sich vor sein Team. «Die Leistung der zweiten Hälfte gibt mir Hoffnung», sagte er. Konkret festmachen lässt sich die an zwei Namen: Ömer Toprak kehrte sieben Monate nach seinem Kartunfall in die Startelf zurück. Neuzugang Cissé machte einen guten Eindruck. «Der Glaube an uns muss immer da sein», sagte Butscher.
|