Schalke verpasst Tabellenspitze: 2:2 in Bochum
Bochum (dpa) - 23.01.2010, 18:58 Uhr
Der Schalker Sanchez (l) und Matias Concha aus Bochum kämpfen um den Ball.
In einer turbulenten Schlussphase hat der FC Schalke 04 den möglichen Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga leichtfertig vergeben. Nach einer scheinbar sicheren 2:0-Führung im «kleinen» Revierderby beim VfL Bochum mussten die Gelsenkirchener noch den Ausgleich zum 2:2-Endstand hinnehmen. Vor 29 008 Zuschauern im fast ausverkauften rewirpower-Stadion sah Schalke nach Toren von Vicente Sanchez (5.) und Kevin Kuranyi (42.) schon wie der sichere Sieger aus, ehe der eingewechselte Vahid Hashemian (82.) mit dem Anschlusstreffer noch einmal für Spannung sorgte. Stanislav Sestak sicherte den Bochumern in der Nachspielzeit (90.+2) sogar noch den glücklichen Punkt, den sie wie einen Sieg feierten. Für Schalke endete eine beeindruckende Serie von vier Zu-Null-Siegen. «Wir haben zwei Punkte verschenkt. Aber so ist das, wenn man eine junge Mannschaft hat», erklärte Trainer Felix Magath, der sich über den Einbruch in der Schlussphase mächtig ärgerte. «Dass man mal zwei Gegentore bekommt, kann schon mal passieren. Aber wenn man zwei Tore bekommt, bei denen alle nur zuschauen, hat das schon mit mangelnder Erfahrung zu tun.» Für Bochums Coach Heiko Herrlich war das Unentschieden angesichts des Spielverlaufs ein gefühlter Sieg: «Wir haben tolle Moral bewiesen. Ich wusste, dass das Spiel noch kippen kann, wenn wir ein Tor erzielen.»
Bei den Gelsenkirchenern wurden die frisch verletzten Heiko Westermann und Peer Kluge durch Joel Matip und Christoph Moritz ersetzt. Für den Ex-Bochumer Edu rückte Sanchez in die Startelf. Mit der Hereinnahme des Uruguayers hatte Magath das richtige Näschen, denn Sanchez bot bis zu seiner Auswechslung (57.) eine starke Leistung und rechtfertigte mit der frühen Führung nach Vorarbeit von Jefferson Farfán das Vertrauen des Trainers. Die Bochumer, die ohne Anthar Yahia (Afrika-Cup) und den erkrankten Diego Klimowicz antraten, konnten lange nicht den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend bestätigen. Im Spielaufbau haperte es, aus dem Mittelfeld kamen keine Impulse. Zudem hatte der VfL große Mühe mit dem flexiblen 4-3-3-System des Gegners. Schalke kontrollierte aus der gut gestaffelten Defensive das Geschehen fast mühelos und das zweite Tor schien nur eine Frage der Zeit: Kuranyi (42.) erhöhte kurz vor der Pause tatsächlich nach neuerlicher Farfán-Vorarbeit - die Partie schien gelaufen. «Ich war lange Zeit mit dem Spiel zufrieden», befand Magath später, auch wenn Roman Prokoph mit einem Pfostenschuss kurz vor der Pause für erste Gefahr im Schalker Strafraum sorgte. |