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Derby am Scheideweg: VfB hat Lauf - SC stürzt ab

Freiburg (dpa) - 23.01.2010, 11:42 Uhr

Die Stuttgarter Mannschaft feiert nach dem Abpfiff mit den Fans den 0:1-Auswärtssieg.
Die Stuttgarter Mannschaft feiert nach dem Abpfiff mit den Fans den 0:1-Auswärtssieg.

Nach dem baden-württembergischen Derby trennten den VfB Stuttgart und den SC Freiburg weit mehr als nur das eine Tor im Ergebnis, vier Punkte in der Tabelle und knapp zwei Autostunden auf der Straße.

Für den VfB war dieses 1:0 (1:0) bereits der dritte Sieg in Folge, entsprechend selbstsicher und konzentriert trat er den Großteil des Freitagabends über auf. «Das war ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt», sagte Roberto Hilbert. Über mehr wird in Stuttgart nach wie vor nicht geredet.

Beim SC Freiburg ist der Trend genau gegenläufig. Der Aufsteiger wartet seit vier Spielen auf einen Sieg und ein Tor, und trotz des Aufbäumens in der zweiten Halbzeit genügte seine Leistung in diesem Derby lange Zeit nicht den Ansprüchen der Fußball-Bundesliga. «Ich weiß, dass wir drei Mannschaften hinter uns lassen können. Aber es wird für uns auch immer enger», sagte Kapitän Heiko Butscher.

Die unterschiedliche Entwicklung spiegelte sich nach dem Schlusspfiff auch in den Gesichtern beider Trainer wieder, die am jeweiligen Trend einen großen Anteil haben. Stuttgarts Christian Gross («Hier zu gewinnen, ist immer etwas Spezielles») ballte die Fäuste und atmete tief durch. Der Schweizer hat dem VfB in nur wenigen Wochen etwas gegeben, was den Freiburgern immer mehr abgeht: eine klare Struktur und viel Selbstvertrauen. «Wie waren das bessere Team», sagte Ciprian Marica, der in der 41. Minute das 1:0 schoss und ein gutes Beispiel dafür ist, wie Maßnahmen des Trainers fruchten. Seit seinem Amtsantritt setzt Gross auf ihn und Pawel Pogrebnjak im Sturm. Und seitdem hat mindestens einer der beiden immer getroffen.

Freiburgs Robin Dutt hat zurzeit kein so glückliches Händchen. Nach dem Spielende blickte er enttäuscht zu Boden. Seit Wochen bastelt er an seiner Elf herum. Felix Bastians und Cedric Makiadi etwa kamen in dieser Zeit auf je drei verschiedenen Positionen zum Einsatz. Am Freitag verzichtete Dutt neben Mohamadou Idrissou (Afrika Cup) auch auf Yacine Abdessadki, Jonathan Jäger und Stefan Reisinger. Dafür schob er Bastians und Makiadi vor und zog mit Daniel Williams das nächste Talent aus der zweiten Mannschaft hoch. Dutt erklärt das mit den jeweiligen Trainings-Leistungen, die Jungen geben auch Gas, aber spielerisch entwickelt sich der SC eher zurück. Vieles auf dem Platz wirkt wie vom Zufall gesteuert, die Offensive ist harm- und ideenlos. Da hilft dem Club auch aller Einsatz nicht weiter.

Dutt stellt sich weiter vor sein Team. «Die Leistung der zweiten Halbzeit gibt mir Hoffnung. Wir sind in der Lage, auch wieder Punkte zu holen», sagte er. Konkret lässt sich diese Hoffnung an einigen Namen festmachen: Ömer Toprak feierte sieben Monate nach seinem Kartunfall ein überzeugendes Comeback in der Startelf, auch Neuzugang Papiss Cissé hinterließ einen guten Eindruck. Dazu haben Talente wie Williams oder Daniel Caligiuri «noch Entwicklungspotenzial» (Dutt). Punkte gab es dafür noch nicht. Und an die Möglichkeiten des VfB, der sogar Nationalspieler wie Thomas Hitzlsperger oder Zdravko Kuzmanovic auf der Bank ließ, reicht das auch nicht heran. «Aber der Glaube daran, dass wir es schaffen, muss immer da sein», sagte Butscher.


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