Werder: Trotzreaktion von Frings - Ribéry auf Bank
Bremen (dpa) - 22.01.2010, 19:13 Uhr
Bremens Torsten Frings nimmt in einem Spiel den Ball an.
Auch ohne das aktuelle Prädikat «Duell der Marktführer» übt der brisante Nord-Süd-Gipfel zwischen Werder Bremen und Bayern München seinen ganz besonderen Reiz aus. Rückkehrer Franck Ribéry muss beim FC Bayern zunächst auf der Bank sitzen, aber dem Rekordmeister winkt im 88. Bundesliga-Spiel der beiden Rivalen bei einer günstigen Konstellation der Sprung auf Platz eins. Werder droht dagegen bei einer Heimpleite den Kontakt zu den führenden Teams völlig zu verlieren. «Da ist eine Distanz zur Spitze. Wir müssen zusehen, dass dieser Weg nicht noch länger wird», forderte Trainer Thomas Schaaf seine Profis nach drei Niederlagen in Serie zu einer Trendwende auf: «Es ist Zeit, andere Ergebnisse zu liefern.» Sein Münchner Kollege Louis van Gaal verspürt nach sieben Pflichtspiel-Siegen deutlichen Rückenwind und sieht keinen Anlass, sein Erfolgsteam zu ändern. Leidtragender ist der wieder genesene Antreiber Ribéry, der sein mit großer Spannung erwartetes Comeback wahrscheinlich verschieben muss. Zumindest in der Startelf ist derzeit kein Platz für den 26-jährigen Dribbelkünstler. «Ein Spieler kann nicht spielen, wenn er nicht trainiert», verwies der Coach am Freitag auf die mehr als dreimonatige Zwangspause des französischen Nationalspielers. Ob Ribéry nach seiner langen Pause in Bremen zu einem Kurzeinsatz kommen wird, ließ van Gaal offen.
Allein die Anwesenheit von Ribery macht seinen Mitspielern aber Mut. «Er hebt die Mannschaft auf ein anderes Level», lobte Philipp Lahm den Ausnahmespieler, der seine Zehenverletzung auskuriert hat. Die Bayern-Profis reisen mit viel Selbstvertrauen nach Bremen, obwohl sie gegen die Hanseaten nur eine der acht zurückliegenden Partien gewinnen konnten. Die Aussicht auf Platz eins erweist sich auch für van Gaal als zusätzlicher Anreiz. «Wir sind jetzt Tabellenführer für einen Tag gewesen und müssen das jetzt mal für längere Zeit sein», forderte der niederländische Coach einen Sieg seiner Mannschaft. Werder hofft auf eine Trotzreaktion von Kapitän Torsten Frings. Er wurde in dieser Woche von Bundestrainer Joachim Löw für die WM in Südafrika ausgebootet. Der Zeitpunkt der Entscheidung stieß in Bremen sauer auf. Der Vorfall weckte Erinnerungen an den April 2006, als sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann und sein Assistent Löw gegen Oliver Kahn als Nummer eins im deutschen Tor entschieden - wenige Tage vor dem Bayern-Auftritt in Bremen. Damals verloren die Münchner mit 0:3. «Torsten wird sich richtig reinhängen. Er kann jetzt beweisen, dass es eine falsche Entscheidung war», sagte Schaaf zu der Situation von Frings, der den Rummel um seine Person scheinbar gelassen hinnahm: «Endlich mal was los in Bremen.» Eine schlechte Nachricht musste Schaaf dann aber noch nach dem Abschlusstraining verkraften. Angreifer Claudio Pizarro, der zuletzt in Frankfurt wegen einer Knieverletzung nur als Joker eingesetzt wurde und endlich wieder von Beginn an stürmen wollte, fällt aus. «Claudio hat eine Grippe und wird uns nicht zur Verfügung stehen», sagte Schaaf laut Werder-Pressemitteilung.
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