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Veh und Slomka im Fokus - Verfolger jagen Bayer

Düsseldorf (dpa) - 22.01.2010, 13:35 Uhr

Mirko Slomka will bei Hannover 96 die Kehrtwende einleiten.
Mirko Slomka will bei Hannover 96 die Kehrtwende einleiten.

Endspiel für Armin Veh, Neuanfang für Mirko Slomka: Die Trainer der niedersächsischen Clubs VfL Wolfsburg und Hannover 96 stehen am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga besonders im Fokus.

Sollte Veh mit dem nach sechs Ligaspielen ohne Sieg ins Mittelmaß abgerutschten Meister Wolfsburg gegen den 1. FC Köln erneut kein Erfolg gelingen, droht ihm die Entlassung. Veh ist sich der schwierigen Situation bewusst. «Es ist ganz normal, dass ich infrage gestellt werde», sagte der Coach, der im Training die Zügel kräftig anzog.

Gut 20 Monate nach seinem Rauswurf bei Schalke 04 hofft Slomka mit seinem Heimatclub Hannover auf einen gelungenen Neustart. Der Nachfolger des glücklosen Andreas Bergmann steht bei seiner Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne beim daheim noch unbesiegten FSV Mainz 05 aber vor einer schwierigen Mission. «Es herrscht eine gewisse Verunsicherung. Bei dem einen oder anderen muss ich die Handbremse lösen», sagte Slomka, der den «Turnaround» einleiten will. Für seinen Mainzer Kollegen Thomas Tuchel macht der Trainer-Wechsel die Aufgabe nicht leichter: «Slomka wird für neuen Mut und Elan sorgen.»

Die Wende schaffen muss auch Dieter Hecking mit dem Tabellen-17. 1. FC Nürnberg. Soll der Abstand von sechs Punkten auf einen Nicht- Abstiegsplatz nicht wachsen, muss gegen Eintracht Frankfurt ein Sieg her. Nicht zuletzt deshalb forderte Hecking vor seinem Heimdebüt die Fans zur bedingungslosen Unterstützung auf. «Schenkt dieser Mannschaft Vertrauen! Glaubt an unser gemeinsames Ziel», schrieb Hecking auf der «Club»-Homepage. Für die gute Leistung beim 0:1 auf Schalke konnte Hecking sich «nichts kaufen: Wir brauchen mal einen Dreier», sagte er nach der fünften Pleite ohne eigenen Treffer.

Friedhelm Funkel gelang es bei der scheinbar schon abgeschlagenen Hertha bereits mit dem 3:0 in Hannover, Aufbruchstimmung zu erzeugen. Nun soll die Aufholjagd gegen Borussia Mönchengladbach fortgesetzt und der zweite Saison-Heimsieg eingefahren werden. «Wir dürfen nicht auf die Tabelle schauen. Wir müssen noch einige Spiele gewinnen», betonte Neuzugang Lewan Kobiaschwili, der wie Winter-Einkauf Theofanis Gekas und der genesene Florian Kringe neues Feuer entfachte. Auch ohne den noch verletzten Torjäger Rob Friend muss Gladbach nach dem 1:2 gegen Bochum einen weiteren Rückschlag verhindern, um nicht in den Abstiegsstrudel gerissen zu werden. Daher hat der 100. Einsatz als Bundesliga-Coach für Michael Frontzeck nur dann eine Bedeutung, wenn «wir das Spiel mit Punkten untermalen».


Spannend geht es auch an der Spitze zu. Ohne Franck Ribéry in der Startelf will der in Schwung gekommene FC Bayern München weiter Druck auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen ausüben, der bei 1899 Hoffenheim ran muss. «Ein Spieler kann nicht spielen, wenn er nicht trainiert», sagte Bayern-Coach Louis van Gaal, der offen ließ, ob es nach mehr als drei Monaten Pause für Ribéry bei Werder Bremen schon zu einem Kurzeinsatz reicht. Ziel ist es, nach 52 Spieltagen wieder dauerhaft die Spitze zu übernehmen. «Wir sind Tabellenführer für einen Tag gewesen. Das müssen wir mal für längere Zeit sein», sagte van Gaal. Nach drei Niederlagen in Serie ruhen die Werder-Hoffnungen auf Rückkehrer Claudio Pizarro, der gegen seinen Ex-Club besonders motiviert ist. «Er hat gut trainiert und wird von Beginn an spielen können», sagte Werder-Coach Thomas Schaaf.

Im Revierderby plant der Tabellen-Zweite Schalke 04 einen neuen Angriff auf die Spitze. Die auswärtsstärkste Bundesliga-Elf reist aber nicht in Bestbesetzung nach Bochum, weil in dieser Woche in Heiko Westermann, Peer Kluge und Lewis Holtby drei weitere Profis ausfielen. Gleichwohl hofft Magath auf den nächsten Coup. «In Bochum hat Schalke eigentlich immer gut ausgesehen.»

Im Verfolgerduell kämpfen Borussia Dortmund und der HSV um den Anschluss an das Spitzentrio. BVB-Coach Jürgen Klopp, der nach seinem Platzverweis in Köln mit einer Geldstrafe davonkam, will gegen die Hanseaten die glänzende Serie von elf Spielen ohne Niederlage fortsetzen. «Aber wir treffen auf ein Team, das eine Kategorie höher einzustufen ist», sagte Klopp, dessen Elf am Tabellen-Vierten HSV vorbeiziehen könnte.

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