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Slomka: «Kann nicht Trainer und Seelsorger sein»

Hannover (dpa) - 20.01.2010, 20:38 Uhr

Mirko Slomka zeigt sich während seiner Präsentation als neuer Trainer bei Hannover 96 gut gelaunt.
Mirko Slomka zeigt sich während seiner Präsentation als neuer Trainer bei Hannover 96 gut gelaunt.

Mirko Slomka wird Nachfolger von Andreas Bergmann bei Hannover 96. Fragen an den neuen Trainer des Fußball-Bundesligisten.

Nach 20 Monaten Pause haben Sie erstmals wieder ein Bundesliga-Training geleitet. Was war das für ein Gefühl?

Slomka: «Es hat Riesenspaß gemacht. Ich bin Trainer aus Fleisch und Blut und kein TV-Experte. Meine Zeit als Schalke-Trainer war vielleicht eine Hürde, weil viele Vereine gedacht haben, sie könnten mich nicht finanzieren.»

Was war der erste Eindruck von der 96-Mannschaft?

Slomka: «Es herrschte eine gewisse Verunsicherung und Ruhe, zudem gibt es Leistungsunterschiede. Die Mannschaft war sehr konzentriert. Der Verein befindet sich in einer prekären Situation, wir wollen versuchen, in Mainz und gegen Nürnberg den Turnaround zu schaffen.«


Gibt es neue Spieler?

Slomka: «Ich habe mich zu dem aktuellen Kader bekannt und denke derzeit nicht an Neuverpflichtungen. Wenn es Bedarf geben sollte, dann werde ich das mit Clubchef Martin Kind und Sportdirektor Jörg Schmadtke besprechen.»

Wie wollen Sie die Wende schaffen?

Slomka: «Disziplin und Ordnung sind Grundvoraussetzungen. Aber auch Spielfreude und Kommunikation haben eine große Bedeutung. Taktisch ist die Mannschaft auf ein System mit einer Doppelspitze ausgerichtet.»

Was für ein Trainertyp sind Sie?

Slomka: «Ich bin ein konsequenter Mensch, bin aber auch menschlich und stets erreichbar. Manchmal ist es notwendig, eiskalt zu handeln.»

Welche Auswirkungen hat die Tragödie um Robert Enke auf die Mannschaft?

Slomka: «Ich habe großen Respekt vor der Arbeit des Vereins und meines Vorgängers Andreas Bergmann in dieser Sache. Er hat die Aufgabe mit Bravour gemeistert. Ich kann kein Trainer und Seelsorger sein. Wir müssen die Dinge auf dem Platz erarbeiten, Spitzensportler sind immer bestrebt, gute Leistungen abzurufen. Die Spieler sollen sich auf dem Platz nicht um andere Dinge kümmern. Die Erweiterung des Trainerstabes um einen Mentaltrainer macht derzeit wenig Sinn.»

Aufgezeichnet von Peter Hübner, dpa

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