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Klose greift an - Zoff im Bayern-Training

München (dpa) - 19.01.2010, 11:20 Uhr

Klose (r) jubelt mit Sturmpartner Gomez über seinen Treffer gegen Hoffenheim.
Klose (r) jubelt mit Sturmpartner Gomez über seinen Treffer gegen Hoffenheim.

Luca Toni schießt jetzt in Italien seine Tore - doch auch nach dem Abschied des Weltmeisters geht der Konkurrenzkampf im Sturm des FC Bayern München weiter. Miroslav Klose hat zum Angriff auf Mario Gomez und Ivica Olic geblasen.

Eine schnelle Rückkehr des Nationalstürmers in die Startelf des deutschen Rekordmeisters wird es allerdings nicht geben. «Ich werde nichts ändern», kündigte Trainer Louis van Gaal für das Bayern-Gastspiel bei Werder Bremen an. Klose, der beim 2:0 gegen Hoffenheim sein erstes Saisontor erzielt hatte, sitzt im Weserstadion also wieder auf der Reservebank.

Im Training durfte Klose nur mit der Reserve-Elf üben - beim Spielchen der Stammelf flogen derweil die Fetzen. Als Arjen Robben nach einer Grätsche von Philipp Lahm zu Boden ging, wurde der Holländer gegen den Nationalspieler handgreiflich. Hinterher hatten sich die Raufbolde wieder lieb. «Nach dem Training war alles wieder in Ordnung», gab Robben Entwarnung.

Klose war Zaungast beim Trainings-Zoff - und ausgerechnet in der WM-Saison auch in der Liga oft nur Zuschauer. Er hatte Ladehemmung - vor dem Treffer beim Bundesliga-Rückrundenstart gegen Hoffenheim war der 31 Jahre alte Torjäger seit dem 7. März 2009 ohne Ligatreffer gewesen. Die Konsequenz beim FC Bayern blieb nicht aus: Nach dem Ärger um Toni, der mittlerweile beim AS Rom sein neues Glück gefunden hat, wurde Klose von van Gaal ins zweite Glied versetzt. Der Niederländer hat sich auf Mario Gomez und Ivica Olic als Angriffsduo festgelegt.

Daran wird sich in Bremen nichts ändern. «Wir haben aus der Zeit mit fünf Stürmern gelernt, dass es nicht gut ist fürs Selbstvertrauen, wenn man zu viel ändert», stellte van Gaal klar, dass das deutsch-kroatische Stürmerpaar an der Weser auf Torejagd gehen wird. Doch Klose wirft die Flinte nicht ins Korn. «Ich werde mich durchsetzen», kündigte er an. «Wenn ich fit bin, dann spiele ich überall, weil ich einfach der Beste bin.» Der Chefetage der Bayern gefallen die Worte des Muster-Profis, der - anders als Toni - sein Reservisten-Schicksal geduldig und ohne Aufmucken erträgt.


«Er ist auf einem sehr guten Weg, wieder der Alte zu werden», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Auch Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nahm Kloses Treffer gegen Hoffenheim mit Freude zur Kenntnis: «Es war wichtig für Miro, dass er sich zurückgemeldet hat». Der Wettstreit um die zwei Plätze im Bayern-Angriff ist für Klose Ansporn. «Die Konkurrenzsituation tut mir sehr gut, um wieder zu alter Form zu finden», meinte Klose. Ausgerechnet vom Konkurrenten bekommt er Unterstützung. «Für ihn ist es nicht einfach, aber Miro geht den richtigen Weg», sagt Mario Gomez.

In der Nationalmannschaft muss sich Klose keine Sorgen um seinen Stammplatz bei der Weltmeisterschaft in Südafrika machen. Bei Bundestrainer Joachim Löw ist der Bayern-Star gesetzt. Mit sieben Treffern in acht Einsätzen war der WM-Torschützenkönig von 2006 in der WM-Qualifikation erfolgreichster Torschütze. Sein Siegtreffer beim 1:0 in Russland bescherte dem EM-Zweiten auch die WM- Fahrkarte. In der «ewigen» DFB-Torschützenliste hat Klose mit 48 Toren in 93 Länderspielen bereits Jürgen Klinsmann, Rudi Völler (beide 47), Karl-Heinz Rummenigge (45) und Uwe Seeler (43) hinter sich gelassen.

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