Werder: Özil-Poker eine Belastungsprobe
18.01.2010, 14:41 Uhr
Werders Mesut Özil hat seinen Vertrag noch nicht verlängert.
Bremen (dpa) - Seit fünf Spielen sieglos, Wirbel um Jungstar Mesut Özil und den FC Bayern vor der Brust: Werder Bremen steht nach nur einem Rückrunden-Spieltag in der Fußball-Bundesliga schwer unter Druck. «Wenn wir so weiter spielen, ist nur Platz acht möglich», schimpfte Werder-Manager Klaus Allofs angesichts der aktuellen Lage nach dem enttäuschenden 0:1 bei Eintracht Frankfurt. Die bis Mitte Dezember in 23 Spielen in Serie unbesiegten Bremer sind nach drei Niederlagen hintereinander von zweiten auf den sechsten Platz durchgereicht worden und haben bereits fünf Punkte Rückstand auf einen Europapokalplatz. «Da hilft kein Schönreden. Wir haben hohe Ansprüche in Bremen», sagte Allofs. Besonders im Fokus steht derzeit Nationalspieler Özil. Dem hochgelobten 21 Jahre alten Mittelfeldspieler wird vorgeworfen, mehr an seine persönliche Zukunft als an Werder zu denken. «Jeder muss wissen, dass er erst einmal auf dem Platz etwas zu erledigen hat, bevor er sich mit anderen Dingen beschäftigt», sagte Werder-Coach Thomas Schaaf im Hinblick auf die stockenden Vertragsgespräche mit Özil. Der in der Vorrunde teilweise genial aufspielende Deutsch-Türke ziert sich seit Monaten, seinen 2011 auslaufenden Vertrag frühzeitig zu verlängern.
Angesichts seiner Top-Leistungen in der Vorrunde kamen Gerüchte über ein mögliches Interesse europäischer Top-Clubs auf. Juventus Turin, der FC Arsenal und Manchester United sollen angeblich ihre Fühler ausgestreckt haben. Dies scheint Özil alles andere als zu beflügeln. Seit Wochen steckt der ehemalige Schalker in einer Formkrise, unter der auch Werder leidet. Özil bestreitet, dass der lähmende Poker ihn belastet. «Das hat keinen Einfluss auf mein Spiel», sagte er. Gleichzeitig ist dem Nationalspieler aber bewusst, dass von ihm im WM-Jahr deutlich mehr erwartet wird. «Ich muss stärker an mir arbeiten.» Nach der Niederlage in Frankfurt platzte Allofs der Kragen. Der Manager ging hart mit Özil und Aaron Hunt ins Gericht. Auch Hunt hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert und läuft seiner Form aktuell hinterher. «Es ist viel über Vertragsverhandlungen geredet worden. Aber auf dem Platz muss jetzt die Leistung gezeigt werden», polterte Allofs. Nun scheint auch Schaaf die Geduld zu verlieren. Der Trainer lehnt es ab, Özil in Schutz zu nehmen. «Mesut muss sich selbst helfen, indem er sich voll auf seine Leistung konzentriert», sagte Schaaf. |