Dieter Hoeneß' Debüt als «Ober-Wolf» ist gründlich daneben gegangen. Dabei trifft den neuen starken Mann beim Meister VfL Wolfsburg an der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart gar keine Schuld. Vor seiner Installation als Vorsitzender der Geschäftsführung des niedersächsischen Fußball-Bundesligisten hatte der ehemalige Alleinherrscher Armin Veh erklärt, wenn jetzt ein neuer Manager benannt werde, habe er «die Hosen unten». Inzwischen ist klar, dass Hoeneß bei den «Wölfen» zwar die Hosen anhat, Veh aber keinesfalls ohne herumlaufen muss.
Sorge bereitet Hoeneß der sportliche Niedergang des Titelverteidigers. Gegen seinen Ex-Club VfB ließ der VfL über eine Stunde lang jeglichen Biss vermissen. Der 57 Jahre alte Metzgersohn aus Ulm wollte bei seinem ersten Einsatz als Vehs «Beisitzer» auf der Bank aber nicht alles verteufeln. «Phasenweise haben wir richtigen Fußball gespielt, uns Torchancen erarbeitet und Zweikämpfe gewonnen», wies der einstige «Schwabenpfeil» auf positive Aspekte hin.
Ehe der 13 Jahre lang bei Hertha BSC herrschende jüngere Bruder von Bayern-Macher Uli Hoeneß beim VfL richtig eingreifen und möglicherweise auch aufräumen wird, will er sich «das erst noch etwas anschauen». Als erste Tat ist die Verpflichtung eines gestandenen Abwehrmanns geplant, sofern «auf dem Markt etwas ist, das uns weiterbringt».