Hertha hält Ball flach - Funkel: 25 Punkte fehlen
Hannover (dpa) - 17.01.2010, 15:00 Uhr
Die Hertha Spieler freuen sich über den Sieg gegen Hannover.
Dank gezielter Personalpolitik wächst beim Tabellenletzten Hertha BSC der Glaube an die Rettung. «Wir haben drei sehr erfahrenen Spieler geholt, die der Mannschaft unglaublich gut tun. Da herrscht ein neuer Geist», kommentierte Trainer Friedhelm Funkel das 3:0 (2:0) bei Hannover 96. Der zweite Saisonsieg der Berliner - der erste unter seiner Regie - ist für Funkel keine Eintagsfliege: «Mein Ziel sind 28 Punkte in der Rückrunde, es fehlen noch 25.» Im Gegensatz zu den rund 4000 glückseligen Hertha-Fans («Hey, das geht ab. Die Hertha steigt niemals ab») hielt das Team den Ball nach dem geglückten Wiederbeginn bewusst flach. «Das war erst der Anfang», sagte Manager Michael Preetz mit Blick auf die folgenden Heimspiele gegen Gladbach und Bochum. «Wir müssen die Euphorie niedrig halten. Es kommen noch schwierige Wochen», warnte Kapitän Arne Friedrich. Er unterstützte Funkel in der Analyse: «Die Neuen haben uns absolut weitergeholfen.» Florian Kringe, der nach seinem Fußbruch erstmals in der Startelf stand und von Funkel zu den «Neuen» gezählt wurde, verhehlte die ungewöhnlichen Glücksmomente nach fünf Monaten und 16 erfolglosen Bundesliga-Partien nicht. «Es ist ein geiles Gefühl, den Platz mal wieder als Sieger zu verlassen», sagte Kringe. Der Ex-Dortmunder lobte ausdrücklich Herthas Wintereinkäufe Lewan Kobiaschwili («ganz abgezockt») und Theofanis Gekas («hat unglaubliche Meter gemacht»).
Torjäger Gekas krönte seine engagierte Vorstellung mit dem Treffer zum Endstand in der 81. Minute. Zuvor hatten Lukasz Piszczek (30.) und Raffael (33.) mit einem Doppelschlag Hannover 96 auf den Relegationsplatz 16 befördert und damit eine Diskussion um Trainer Andreas Bergmann ausgelöst. «Das Tor von Gekas hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben», sagte Funkel. Die Effizienz des Griechen - zwei Versuche, ein Treffer - erinnerte an die erfolgreiche Spielweise der Berliner in der vergangenen Saison. Einen höheren Gäste-Sieg vergab Cicero, der mit einem Foulelfmeter (84.) an 96-Keeper Florian Fromlowitz scheiterte. «Eigentlich wollte ich den Elfer schießen, aber ich bin ihm nicht böse», berichtete Friedrich. Herthas dritter Zugang Roman Hubnik fiel wegen einer Verhärtung im Oberschenkel kurzfristig aus. Dafür sprang Steve van Bergen ein, der als Innenverteidiger eine tadellose Leistung ablieferte und die beste 96-Chance durch Stürmer Didier Ya Konan (23.) mit einem beherzten Einsatz vereitelte. «Das war der Knackpunkt und eine Superaktion von Steve, wie der sich da reingehaut hat», sagte Kringe. Ähnliche anerkennende Worte für die Mitspieler gab es von 96-Kapitän Arnold Bruggink nicht. «Das war peinlich», sagte er zu der erschreckend harmlosen Vorstellung vor nur noch 28 712 Zuschauern. |