Bochum mit Herrlich auf dem Weg der Besserung
Mönchengladbach (dpa) - 17.01.2010, 09:32 Uhr
Bochums Milos Maric, Matias Concha, Joel Epalle, Stanislav Sestak und Zlatko Dedic (v.l.) jubeln in Mönchengladbach.
Heiko Herrlich hat dem VfL Bochum wieder Selbstbewusstsein eingeimpft. Unter dem neuen Trainer kehrte der Revierclub der Abstiegszone in der Fußball-Bundesliga zunächst den Rücken. Mit dem dritten Sieg im vierten Auswärtsspiel bewiesen die Bochumer ungeahnte Stärken und setzten zudem die lange Erfolgsserie gegen Borussia Mönchengladbach fort. Durch den 2:1 (2:0)-Erfolg beim fünfmaligen deutschen Meister bleibt der VfL seit über 12 Jahren gegen Gladbach unbesiegt. «Und immer wenn wir gut in die Rückrunde gestartet sind, ist es im Sommer gut ausgegangen. Vielleicht ist das ein gutes Omen», befand Bochums Torhüter Philipp Heerwagen. Elf Punkte aus acht Spielen: Der ehemalige DFB-Juniorentrainer hat für Entspannung und eine neue Spielkultur im Revier gesorgt. Vor allem auswärts treten die Bochumer stark auf. «Das liegt vielleicht daran, dass wir das Spiel nicht machen müssen und uns gut geordnet zurückziehen können. Das haben wir in der ersten Halbzeit perfekt gemacht», sagte VfL-Profi Marcel Maltritz. Torhüter Heerwagen führt den Erfolg auf die konsequente Vorbereitung zurück. «Man merkt schon im Training, dass die Mannschaft sehr fokussiert arbeitet, und heute hat sie sich für die gute und harte Vorbereitung belohnt.»
Dass Herrlich auch im Erfolgsfall knallhart durchgreift, schadet dem Teamspirit sicher nicht. Zlatko Dedic, der nach dem sehenswerten Führungstreffer von Stanislav Sestak (12.) in der 36. Minute das 2:0 für Bochum erzielte, musste zur Halbzeit raus. Der Torschütze hatte beim Jubeln das Trikot ausgezogen und dafür die Gelbe Karte erhalten. «Es geht auch um Disziplin, da muss man sich im Griff haben. Darüber habe ich mich geärgert», sagte der VfL-Trainer. Nach dem Anschlusstreffer von Fabian Bäcker (80.) musste der VfL noch um den Sieg bangen, doch insgesamt erwischten die zuvor viel gelobten Gladbacher einen schwachen Tag. «Es gehört auch dazu, dass man den Gegner dazu bringt, schlecht zu spielen», meinte Bochums Vorstandsmitglied Thomas Ernst. «Das war ein guter Start ins Jahr 2010, mit dieser Einstellung müssen wir weitermachen», sagte Ernst. |
Für die mit großen Personalsorgen angetretenen Gastgeber war die Niederlage kein Rückschlag, doch Vorsicht ist geboten. Der Vorsprung auf die gefährdete Zone kann schnell verspielt sein. «Es war uns klar, dass die Rückrunde komplizierter wird als die Hinrunde. Es war nicht alles schlecht, doch es gibt noch einiges zu verbessern», sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl. Immerhin setzte sich durch den Ausfall von acht Profis der traditionelle Gladbacher Jugend-Kult wieder durch. In Bäcker und Patrick Herrmann feierten zwei Youngster ihre Bundesliga-Premiere - und erzielten in Co-Produktion auch gleich den Anschlusstreffer. Kurios: In dieser Phase war die Borussen-Elf ohne Kapitän. Herrmann kam für Filip Daems ins Spiel, erhielt die Spielführerbinde und wollte sie an Dante weitergeben. Der wollte sie nicht, weil eigentlich Tobias Levels vorgesehen war. «Da musste ich mit der Binde in der Hand den Angriff zu Ende führen», sagte Herrmann. Mit Erfolg - seine Flanke führte zum 1:2.
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