Mit dem vierten Auswärtssieg der Saison hat der VfL Bochum einen optimalen Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga geschafft, doch Trainer Heiko Herrlich fordert nun auch vor eigenem Publikum Erfolgserlebnisse.
«Wir wollen unseren Fans auch zu Hause dieses Gesicht zeigen. Mit der Leistung heute bin ich sehr zufrieden», sagte der Coach nach dem 2:1 (2:0)-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach und dem Sprung aus der Abstiegszone. Vor 36 254 Zuschauern erzielten Stanislav Sestak (12.) und Zlatko Dedic (36.) die Treffer für die Bochumer, die seit über zwölf Jahren nicht mehr gegen Mönchengladbach verloren haben. Fabian Bäcker gelang in der 80. Minute der Anschlusstreffer.
Borussen-Coach Michael Frontzeck war natürlich unzufrieden. «Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Deshalb sind wir traurig, aber das ist kein Beinbruch.» Insgesamt acht Profis standen den Gladbachern nicht zur Verfügung, darunter gleich vier Stürmer. So stand neben Raul Bobadilla erstmals seit fast drei Jahren Moses Lamidi wieder in der Startelf der Gastgeber, die von Beginn an Schwächen in der Offensive zeigten. Die gut organisierten Bochumer, bei denen Neuzugang Milos Maric von Anfang an im defensiven Mittelfeld agierte, hatten die Partie gut im Griff und ließen den Borussen zunächst wenig Möglichkeiten. Lediglich Lamidi hatte nach fünf Minuten eine gute Torchance, blieb aber ansonsten blass.
Die Gäste machten es wesentlich besser und kamen nach einem mustergültigen Konter über Joel Epalle und Christoph Dabrowski in der 12. Minute durch Sestak zur 1:0-Führung. Die vom Brasilianer Dante organisierte Deckung der Gastgeber offenbarte in dieser Szene große Lücken. Der Treffer gab den Gästen noch mehr Sicherheit, die Gladbacher fanden wenig Mittel gegen die kompakte Deckung der Bochumer. In der 36. Minute gelang Dedic dann aus kurzer Distanz das 2:0 und sein erster Bundesliga-Treffer.
Erst danach kam Mönchengladbach zu mehr Möglichkeiten. Juan Arango und Dante vergaben noch vor der Pause kurz nacheinander die Chance zum Anschlusstreffer, Bobadilla und Michael Bradley mit einem Distanzschuss nach dem Seitenwechsel. Doch sowohl VfL-Torhüter Philipp Heerwagen als auch seine Innenverteidiger standen recht sicher und ließen gegen die an diesem Tag überforderte Borussen-Angreifer wenig zu.