Bayer vor Bewährung - Herthas Mission impossible
Düsseldorf (dpa) - 15.01.2010, 13:38 Uhr
Die Trainer van Gaal (l) und Heynckes beim Aufeinandertreffen in der Hinrunde.
Sie starten aus der Pole-Position, werden aber nicht als Topfavoriten gehandelt. Vor Beginn der Rückrunde an diesem Wochenende gelten die beiden nach der Hinserie führenden Clubs aus Leverkusen und Gelsenkirchen allenfalls als Mitanwärter auf den Titel. Obwohl die Werkself als einziges Team im deutschen Profi-Fußball noch unbesiegt ist und zusammen mit dem nur einen Punkt entfernten FC Schalke die bisher beste Abwehr stellt, rangiert der FC Bayern München bei den Meistertipps der Trainer, Profis und Fans an der Spitze. Auf Prognosen von einem bevorstehenden Einbruch seiner Mannschaft reagierte Bayer-Trainer Jupp Heynckes vor dem Jahres- Auftakt gegen Mainz zuletzt allergisch: «Ich verschwende keinen Gedanken an einen Einbruch. Wir sind stabil. Die anderen Teams sollen sich Gedanken machen, wie sie uns da oben weg holen wollen.» Der zuletzt obligatorische Leistungsabfall in der Rückrunde und der wenig schmeichelhafte «Vizekusen»-Ruf schüren in Fußball- Deutschland Zweifel an der Meisterreife der Leverkusener. Um zu verhindern, dass solche Bedenken auf seine Profis übergreifen, stellte Heynckes demonstrativ Optimismus zur Schau. Der mit 64 Jahre älteste Bundesliga-Trainer, der am Samstag auf den jüngsten Coach Thomas Tuchel trifft, will dazu beitragen, dass seinem Team ein ähnlicher Absturz wie dem letztjährigen Herbstmeister Hoffenheim erspart bleibt. «Nicht die Mannschaft, die am besten gestartet ist, sondern die sich im Saisonverlauf am besten entwickelt, wird Meister», sagte Nationalspieler Simon Rolfes voller Hoffnung auf eine Fortsetzung des Höhenfluges.
Mit einem Sieg im ersten Rückrundenspiel will auch der FC Schalke ein weiteres Ausrufezeichen setzen. Wie Heynckes beim Werksclub leistet auch Magath bei seinem neuen Club bisher unerwartet erfolgreiche Arbeit. Voller Freude über die verblüffende Entwicklung der jüngsten Hinrunden-Mannschaft ging die Vereinsführung noch weiter ins Risiko und erfüllte dem Wolfsburger Meistermacher trotz bedenklicher Finanzlage alle Einkaufswünsche. Sechs Neuzugänge sollen dazu beitragen, dass dringend benötigte Zusatzeinnahmen aus dem internationalen Geschäft in die leeren Vereinskasse fließen. Gleichwohl stapeln alle Beteiligten vor der Partie gegen Nürnberg tief. «Über die Meisterschaft mache ich mir überhaupt keine Gedanken», sagte Abwehrspieler Heiko Westermann. Wie Leverkusen, Schalke und München genießt auch der Tabellenvierte Hamburger SV Heimrecht. Angesichts des frühesten Rückrundenstart seit 30 Jahren erwiesen sich die Hoffnungen von Trainer Bruno Labbadia auf die Rückkehr einiger verletzter Profis als Wunschdenken. Stars wie Ze Roberto blieb zu wenig Zeit zur vollständigen Genesung, einzig Mladen Petric ist wieder völlig fit. Ungeachtet des schon fast obligatorischen Personalmangels forderte Labbadia von seinen Profis einen Erfolg über Freiburg: «Wir haben den Grundstock für eine hoffentlich sehr erfolgreiche zweite Saisonhälfte gelegt und sind zuversichtlich, dass wir als Sieger vom Platz gehen.» |