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Hecking feiert Comeback gegen Schalke

Nürnberg (dpa) - 15.01.2010, 11:21 Uhr

Der ehemalige Nürnberger Peer Kluge spielt in der Rückrunde für Schalke.
Der ehemalige Nürnberger Peer Kluge spielt in der Rückrunde für Schalke.

Dieter Hecking feiert sein Comeback, Peer Kluge einen Neuanfang - eine pikante Note begleitet die Fußball-Altmeister aus Schalke und Nürnberg bei ihrem Start in die Bundesliga-Rückrunde.

Für den neuen Trainer des 1. FC Nürnberg beginnt beim Gastspiel bei Schalke 04 das Unternehmen Klassenverbleib, Kluge hofft nach zweieinhalb Jahren Achterbahnfahrt mit dem «Club» auf internationale Herausforderungen. Für 1,5 Millionen Euro hat der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler Nürnberg verlassen, nun soll er in zentraler Rolle die Königsblauen ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club zum Erfolg führen.

Die Millionen-Ablöse wog schwerer als sein Einspruch gegen den Kluge-Verkauf, doch Hecking wird den Verlust des in der Hinserie besten FCN-Profis verschmerzen. Andreas Ottl, der neben Innenverteidiger Breno vom FC Bayern München ausgeliehen wurde, soll als neuer Chef im Nürnberger Mittelfeld die Fäden ziehen. «Wer bei den Bayern die Nummer 14 oder 15 ist, kann so schlecht nicht sein», sagt Hecking über die Bayern-Leihgaben, die schon beim Trainingslager an der türkischen Riviera einen guten Eindruck hinterlassen haben.

Der Blick auf die Tabelle ist wenig ermutigend, doch mit eiserner Disziplin und Teamgeist will Hecking das fränkische Fußball-Wunder schaffen und aus den zuletzt formschwachen Individualisten eine funktionierende Einheit formen. «Wichtig wird sein, dass wir künftig nicht mehr im Hurra-Stil herumlaufen», gibt der 45-Jährige die Marschrichtung für die Mission Klassenerhalt aus. Hecking führt ein strengeres Regiment als sein kumpelhafter Vorgänger Michael Oenning. So strich er seinen Spielen fünf Tage Weihnachtsurlaub und startete früher als geplant in die Vorbereitungen auf die Rückrunde.

«Ich will wieder Feuer und Leben in die Mannschaft bringen. Jeder Grashalm muss brennen, wir müssen kratzen und beißen», lautet das Credo des ausgebildeten Polizisten, der am 19. August vergangenen Jahres als Cheftrainer von Hannover 96 entlassen worden war. Das Trainingslager in der Türkei hat Hecking Mut gemacht. «Die Mannschaft ist sehr willig», stellte er zufrieden fest, «doch vor uns ist noch ein langer Weg. Ich muss die Mannschaft erziehen, taktisch disziplinierter zu werden.» Dabei soll auch der zuletzt verschmähte Stürmer Angelos Charisteas eine Rolle spielen. «Er kann für uns in der Rückrunde ein ganz wichtiger Spieler werden», meint Hecking.


Die «Club»-Verantwortlichen sind von Heckings Qualitäten als «Feuerwehrmann» überzeugt. «Ich glaube, dass er ein Trainer ist, der keine Scheu vor schweren Aufgaben hat», sagt Präsident Franz Schäfer. Sollte Hecking, der in seiner aktiven Laufbahn 36 Bundesliga-Spiele und 203 Zweitliga-Spiele bestritt, den FCN vor dem achten Bundesliga- Abstieg retten, verlängert sich der zunächst nur bis zum Saisonende gültige Vertrag um ein Jahr.

Gegner Schalke muss zum Rückrundenstart voraussichtlich ohne Neuzugang Alexander Baumjohann antreten. Der 22- Jährige, der in der Winterpause von Bayern München zu den Königsblauen wechselte, hat sich im Training einen Mittelfingerbruch an der rechten Hand zugezogen und ist bereits operiert worden. Wie der Revierclub mitteilte, ist das Mitwirken Baumjohanns gegen den «Club» aber nicht ganz ausgeschlossen.

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