Geplatzter Transfer: Skibbe droht mit Rücktritt
Belek (dpa) - 10.01.2010, 17:51 Uhr
Skibbe schaut im Spiel gegen Mönchengladbach mit verschränkten Armen auf das Spielfeld.
Belek (dpa) - Nach dem geplatzten Transfer des Algeriers Rafik Djebbour hat Michael Skibbe heftige Kritik an der Vereinsführung von Eintracht Frankfurt geübt und unverhohlen mit seinem Rücktritt am Saisonende gedroht. «Grundsätzlich habe ich einen Vertrag. Aber ich bin bemüht, mich sportlich zu verbessern. Es muss eine Perspektive absehbar sein, auch für mich. Den Status quo zu verwalten, ist nicht mein Ziel. Doch wir sind an Grenzen gestoßen, die wir mit unserem Verein nicht überspringen können», sagte Skibbe im Trainingslager des hessischen Fußball-Bundesligisten in Belek. Der 44-Jährige reagierte mit seiner Brandrede in der Türkei auf den nicht zustande gekommenen Wechsel des in Diensten von AEK Athen stehenden Djebbour. «Für Eintracht ist kein guter Stürmer finanzierbar. Eine perspektivische Entwicklung im Club ist derzeit nicht mehr möglich», kritisierte Skibbe. Der Vertrag des 44-Jährigen, der sein Amt im Sommer 2009 angetreten hatte, läuft bis zum 30. Juni 2011. Doch derzeit stehen die Zeichen eher auf Trennung, nachdem zuvor schon die Transfers von Lincoln und Theofanis Gekas aus finanziellen Gründen geplatzt waren. Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatte das Angebot an AEK Athen, das eine Ausleihe Djebbours für 100 000 Euro mit einer Kaufoption für eine Million Euro umfasste, am Donnerstagabend zurückgezogen. «Die Konstellation hatte sich verändert», begründete Bruchhagen die Entscheidung, nachdem die Griechen ihre Ablöseforderung verdoppelt hatten.
Skibbe fühlt sich nun bereits zum dritten Mal in dieser Saison vom Vorstand im Stich gelassen. «Ich stehe für Veränderung. Aber dazu brauche ich jegliche Unterstützung», sagte der Coach. Die Eintracht startet damit gegen Werder Bremen mit fast unverändertem Personal in die Rückrunde. Neue Spieler wurden nicht verpflichtet, dafür in Markus Steinhöfer sogar ein Profi an Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen. Der Trainer könnte deshalb mit einer Stagnation leben, befürchtet aber eher einen Rückschritt. «Der Kader ist ausgedünnt. Ich mache mir große Sorgen. Wir gehen gehandicapt in die Rückrunde», warnte Skibbe und fügte enttäuscht hinzu: «Ich bin bemüht, mich sportlich zu verbessern. Aber wir sind in einer Situation, in der sich die Eintracht nicht entwickeln kann.» Zu allem Überfluss blamierten sich die Hessen auch noch beim 0:3 im letzten Testspiel gegen Zweitligist Karlsruhe. «In der zweiten Hälfte haben wir viel zu viele Fehler gemacht und weder Aggressivität noch Passsicherheit gezeigt», bilanzierte Skibbe.
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