Schiedsrichter nehmen Bundesliga-Trainer ins Visier
Mainz (dpa) - 10.01.2010, 12:08 Uhr
Schiedsrichter Marco Fritz (l) schickt einen Trainer auf die Tribüne.
Die Trainer der deutschen Profi-Vereine stehen mit Beginn der Bundesliga-Rückrunde unter verschärfter Beobachtung. «Es darf nicht sein, dass Trainer die Zuschauer durch Gesten aufhetzen», sagte Volker Roth, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im Deutschen Fußball-Bund (DFB). «Wir haben deutliche Worte gefunden, besonders der vierte Offizielle trägt hier eine hohe Verantwortung. Es gibt deutliche Anweisungen», meinte Roth bei der Halbzeittagung der Unparteiischen in Mainz. Seinen «Pfeifenmännern» stellte der 67-Jährige nach der Hinrunde ein ordentliches Zeugnis aus. «Wir können mit der Bilanz zufrieden sein. Falsche Entscheidungen gibt es immer. Diesmal kamen sie früh in der Saison. Danach gab es keine gravierenden Fehler mehr», so Roth.
In Zukunft setzt er verstärkt auf den Nachwuchs um Michael Kempter (Sauldorf), der mit 26 Jahren kürzlich in den Elitekreis der FIFA- Schiedsrichter berufen wurde. Erstmals waren deshalb in Mainz auch die 22 Referees der 3. Liga dabei, denn die zwischen 22 und 30 Jahre alten Eleven sollen einmal die etablierten Schiedsrichter ersetzen. Bis dahin müssen sie sich auf dem Platz und als vierte Offizielle beweisen. «Es ist gut, dass wir die mal kennenlernen», meinte FIFA- Schiedsrichter Felix Brych aus München. Kempters Weg soll Ansporn sein für die 165 Schiedsrichter im Nachwuchskader. Seit vier Jahren pfeift er bereits in der Bundesliga, im Vorjahr rückte er als Nachfolger von Herbert Fandel (Kyllburg) in den FIFA-Kreis auf. «Man muss Vertrauen in die jungen Schiedsrichter haben, auch wenn sie mal Fehler machen», sagte Manfred Amerell (München), der im Schiedsrichter-Ausschuss die Nachwuchsarbeit betreut. |