Schiedsrichter-Chef Roth zufrieden
Mainz (dpa) - 09.01.2010, 15:57 Uhr
Schiedsrichter Marco Fritz (l) schickt einen Trainer auf die Tribüne.
Die Fußball-Schiedsrichter der deutschen Profiligen haben zur Halbzeit-Bilanz nach der Hinrunde ein positives Zeugnis vom Deutschen Fußball-Bund erhalten. «Wir können mit der Hinrundenbilanz zufrieden sein. Falsche Entscheidungen gibt es immer. Diesmal kamen sie früh in der Saison. Danach gab es keine gravierenden Fehler mehr», sagte Volker Roth bei der traditionellen Tagung in Mainz. Der Vorsitzende im DFB-Schiedsrichter-Ausschuss erwartet für die Rückrunde in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga mehr Arbeit. «Das wird deutlich schwieriger, weil es viele Einflussfaktoren gibt», erklärte der 67-Jährige, der beim DFB-Bundestag im Herbst seinen Platz für Herbert Fandel (Kyllburg) räumen will. Erstmals war statt der Spielbeobachter der Referee-Nachwuchs in Mainz dabei. Zu den 42 Unparteiischen der Lizenzligen gesellten sich 22 aus der 3. Liga. Die zwischen 22 und 30 Jahre alten Unparteiischen sind die kommenden Elite und müssen sich auch als 4. Offizielle bei den Spielen beweisen. Roth: «Da kommt was auf sie zu. Sie müssen deeskalierend wirken und die Trainer auch mal zurechtweisen.»
Wie sehr der DFB auf seinen Nachwuchs setzt und wie durchlässig das Konzept ist, verdeutlicht die Karriere von Michael Kempter (Sauldorf). Der 26-Jährige rückte nach vier Jahren Bundesliga in den Kreis der FIFA-Schiedsrichter auf und übernahm den freigewordenen Platz von Fandel. «Man muss Vertrauen in die jungen Schiedsrichter haben, auch wenn sie mal Fehler machen», erklärte Manfred Amerell, der im Schiedsrichter-Ausschuss die Nachwuchsarbeit betreut. In Wort und Bild wurden die Unparteiischen geschult. «Wichtig ist eine einheitliche Regelauslegung», sagte Lehrwart Eugen Strigel. 42 Szenen aus den Bereichen Abseits, Foul- und Handspiel spielte er den Unparteiischen per Video vor und stellte sie dann zur Diskussion. Fandel widmete sich ausführlich der Körpersprache und der Außenwirkung anhand von Beispielen aus der Vorrunde. Gute Erfahrungen machten Kempter und seine Kollegen mit dem seit dieser Saison eingesetzten Head-Sets. «Die Kommunikation im Team wird erleichtert», meinte der Münchner Felix Brych. Zudem wird Deutschland weiter das einzige Land bleiben, in dem sich Schiedsrichter nach den Spielen auch zu strittigen Situationen äußern dürfen. «Die FIFA will das nicht. Bei uns kann sich jeder entschieden, ob er etwas sagen will oder nicht», erklärte Roth.
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