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Abkehr vom «Hurra-Stil»: Nürnberg hofft auf Wunder

Belek (dpa) - 08.01.2010, 12:39 Uhr

Coach Dieter Hecking (r) instruiert Pinola (l) und Neuzugang Breno.
Coach Dieter Hecking (r) instruiert Pinola (l) und Neuzugang Breno.

Der Blick auf die Winter-Tabelle macht nur wenig Mut, doch mit neuem Trainer und frischen Kräften setzt Bundesligist 1. FC Nürnberg auf ein fränkisches Fußball-Wunder.

«Wichtig wird für uns sein, dass wir künftig nicht mehr im Hurra-Stil herumlaufen», gibt der neue Coach Dieter Hecking die Marschrichtung für das schwierige Unternehmen Klassenverbleib vor. «Wir müssen kompakter stehen und noch aggressiver nach hinten arbeiten.» Dabei kann Hecking in der Rückrunde auch auf zwei Leihgaben des großen Rivalen FC Bayern München bauen: Mit Andreas Ottl und Innenverteidiger Breno holten die Franken zwei Hoffnungsträger im Kampf gegen den drohenden achten Abstieg aus der deutschen Eliteliga.

Erst drei Tage vor Weihnachten hatte sich der neunmalige deutsche Meister von seinem jungen Trainer Michael Oenning getrennt und einen Tag später Hecking als «Feuerwehrmann» verpflichtet. Und der Neue griff gleich durch und startete fünf Tage früher als geplant in die Vorbereitung auf die so wichtige Rückrunde. «Es geht um den Klassenerhalt. Dafür sind Opfer zu bringen», sagte der 45-jährige.

Ottl und der junge Brasilianer Breno stießen erst im Trainingslager im türkischen Belek zur Mannschaft. «Wer bei den Bayern die Nummer 14 oder 15 ist, der kann so schlecht nicht sein», lobte Hecking seine Neuzugänge - und sicherte beiden einen Stammplatz zu. Vor allem Mittelfeldakteur Ottl konnte beim 1:0-Testspielerfolg gegen den Zweitligisten MSV Duisburg bereits überzeugen. Auch gegen den Liga-Konkurrenten 1. FC Köln gab es für die Franken beim 1:0 ein Erfolgserlebnis. Ein letzter Härtetest steht einen Tag nach der Rückkehr aus der Türkei beim Zweitligisten FC Augsburg an.

Hecking versucht, wieder eine funktionierende Einheit zu formen. «Die Mannschaft ist sehr willig», sagte der Coach, der trotz erster Erfolgserlebnisse noch viel Arbeit vor sich hat. Auf und neben dem Platz. «Ich muss die Spieler erziehen, taktisch disziplinierter zu werden.» Dabei soll auch der zuletzt verschmähte Routinier Angelos Charisteas wieder eine Rolle spielen. «Er kann für uns in der Rückrunde ein ganz wichtiger Spieler werden», lobte Hecking den griechischen Angreifer.

Neben Ottl, der nach dem Wechsel von Peer Kluge zu Schalke 04 der neue Chef im «Club»-Mittelfeld sein dürfte, soll für die Position vor der Abwehr noch ein weiterer Neuzugang verpflichtet werden, möglichst noch vor dem Rückrunden-Start bei den «Knappen». Von Mitte Januar an geht es für Nürnberg dann um Alles oder Nichts: «Wir haben einen langen Weg vor uns», schwört Hecking seine Profis auf einen harten Kampf bis zum letzten Spieltag ein.


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