Freiburgs Toprak nach Comeback: «Ein super Gefühl»
Campoamor (dpa) - 07.01.2010, 12:58 Uhr
Freiburgs Ömer Toprak ist wieder einsatzbereit (Foto: Oktober 2009).
Ömer Toprak strahlte bei seinem Comeback nur sieben Monate nach seinem schweren Kart-Unfall. «Es ist ein super Gefühl. Ich hoffe, dass es jetzt immer weiter bergauf geht», sagte der Abwehrspieler des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg. Toprak kann sogar auf einen Einsatz im ersten Rückrunden-Spiel am 16. Januar beim Hamburger SV hoffen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege «bei 90 Prozent», sagte Trainer Robin Dutt nach dem Testspiel gegen den spanischen Zweitligisten FC Elche (0:1). Dabei war Toprak zum ersten Mal in dieser Saison eine Halbzeit lang zum Einsatz gekommen. Dutt ist im Trainingslager der Breisgauer im spanischen Campoamor voll des Lobes über sein 20 Jahre altes Ausnahmetalent. «Er hat sehr gut trainiert. Es ist auch nicht so, dass die Kollegen im Spiel noch Rücksicht auf ihn nehmen müssen. Und Ömer ist positiv drauf», sagte er. Da Pavel Krmas nach einer Wadenverletzung noch im Aufbautraining ist, könnte Toprak schon in Hamburg von Beginn an in die Freiburger Innenverteidigung rücken. Bei seinem Comeback gegen Elche jedenfalls zeigte der schnelle und technisch hochbegabte Youngster schon wieder seine gewohnte Zweikampfstärke, Souveränität und Ruhe am Ball.
Die Folgen des Unfalls habe er zwar noch immer im Hinterkopf. «Und eine kleine Angst ist schon dabei, wenn jemand reingrätscht», sagte Toprak. Aber seine Ärzte hätten ihm bestätigt, «dass bei mir wieder alles so ist, wie bei jedem anderen auch». Der deutsche U19- Europameister hatte im Juni beim Auffahrunfall auf der Kart-Bahn in Umkirch bei Freiburg schwere Verbrennungen erlitten, lag zwei Monate im Krankenhaus und musste ein halbes Dutzend Mal operiert werden. Aber nicht nur wegen Topraks Rückkehr wird das Freiburger Team in der Rückrunde ein anderes Gesicht haben. Mit dem Senegalesen Papiss Demba Cissé und dem Tunesier Hamed Namouchi stehen zwei «echte» Neue ebenfalls voll im Mannschaftstraining. Bei beiden könnte es jedoch noch dauern, bis sie in der 1. Liga zum Einsatz kommen. «Sie haben erst ein paar volle Tage mit der Mannschaft trainiert», sagte Dutt. Die Erfahrung zeige, dass sich viele ausländischen Spieler erst «an den Umfang und die Intensität unseres Trainings gewöhnen müssen». Definitiv verzichten muss Dutt zu Rückrunden-Beginn auf Mohamadou Idrissou, der mit Kameruns Nationalelf beim Afrika-Cup weilt. Obwohl der Stürmer in der Vorrunde 17 Mal in der Startelf stand und mit fünf Treffern erfolgreichster SCF-Torschütze ist, sieht Dutt keinen Grund, pessimistisch zu sein. «Das sehe ich relaxed. Wir haben unsere Ziele in den vergangenen zweieinhalb Jahren bislang alle erreicht. Und wir werden auch jetzt keine Probleme bekommen.» Seine Mannschaft hält der 44-Jährige für so stark und ausgeglichen besetzt wie noch nie, seit er 2007 zum Sportclub gekommen ist. «Jeder Spieler kann eine wichtige Rolle spielen und einen anderen ersetzen.» In der Hinrunde hat sich das nach dem langen Ausfall von Toprak bereits eindrucksvoll gezeigt.
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