Bundesliga fehlen 15 Afrikaner - Frage der Ehre
Düsseldorf (dpa) - 06.01.2010, 13:35 Uhr
Dortmunder muss zum start der Rückrunde auf Mohamed Zidan verzichten.
Große Ehre für die Spieler, kleiner Ärger für die Clubs. Alle zwei Jahre lockt der Afrika-Cup mehr als ein Dutzend Fußballprofis auf den Schwarzen Kontinent und die meisten Bundesliga- Clubs müssen zum Rückrundenauftakt auf begehrte Spieler verzichten. Auch bei den diesjährigen Titelkämpfen in Angola (10. bis 31. Januar) fehlen insgesamt 15 Profis aus der Fußball-Bundesliga, wobei allerdings kein Club mehr als zwei Spieler abzustellen braucht und sieben Vereine überhaupt nicht betroffen sind. Da trifft es die Vereine aus der englischen Premier League weitaus härter: Der FC Portsmouth muss fünf Spieler abstellen, der FC Chelsea vier. Die Clubs und ihre Trainer müssen akzeptieren, dass ihre afrikanischen Spieler bis zu drei Spieltage in der Meisterschaft ausfallen. Borussia Dortmunds Coach Jürgen Klopp, der auf seinen Stürmer Mohamed Zidan verzichten muss, hat sich damit abgefunden. «Es ist nicht optimal, dass Zidan jetzt fehlt. Wir wussten aber lange um diese Abstellung und hatten Zeit, uns darauf einzustellen. Der Afrika-Cup hat für Afrikaner eine hohe Bedeutung», sagte der BVB- Trainer.
Auch Michael Frontzeck von Borussia Mönchengladbach muss in Karim Matmour auf einen Stammspieler verzichten. «Der Afrika-Cup ist natürlich ein Erlebnis. Das muss man respektieren, dass ein Spieler gerne für sein Land spielt. Da werde ich auch nichts gegen sagen», meinte Gladbachs Trainer. Aus Sicht des algerischen Nationalspielers kam eine Absage des Turniers nicht infrage. «Natürlich ist es schade, dass ich die Vorbereitung und den Rückrundenstart mit Borussia verpasse. Doch es ist eine große Ehre für mich, für mein Land zu spielen. Wenn die Nationalmannschaft ruft, dann ist es die Pflicht der Spieler, diesem nachzukommen», sagte Matmour. Allerdings sind nicht alle Spieler dem Ruf der Heimat gefolgt. Der Mainzer Stürmer Aristide Bance hat die Teilnahme für sein Heimatland Burkina Faso wegen Differenzen mit dem Nationaltrainer abgesagt. «Das war meine persönliche Entscheidung. Ich habe eine andere Meinung als Trainer Paulo Duarte», sagte der Torjäger, der sich seit Wochenbeginn mit seinem Club im Trainingslager auf die Rückrunde vorbereitet. |