VfB denkt um: Marica und Pogrebnjak treffen
La Manga (dpa) - 04.01.2010, 15:30 Uhr
Pawel Pogrebnjak (l-r), Sami Khedira und Ciprian Marica jubeln über ein Tor von Pogrebnjak.
Lange geschmäht, auf einmal gefeiert: Der Formanstieg seiner Stürmer Ciprian Marica und Pawel Pogrebnjak hat die Personalplanungen des VfB Stuttgart durcheinander gebracht. Eigentlich wollte der Bundesligist in der Winterpause einen der beiden verkaufen, um Platz für einen neuen Angreifer zu schaffen. Doch dann trafen der Rumäne und der Russe in den ersten drei Spielen unter dem neuen Coach Christian Gross je zweimal. «Der Trainer sieht im Sturm keinen Handlungsbedarf», heißt es jetzt, Manager Horst Heldt lobte die beiden im Trainingslager im spanischen La Manga mit den Worten: «Sie haben gezeigt, dass sie Tore schießen können.» Priorität genießt nun die Suche nach einem linken Außenverteidiger. Marica und Pogrebnjak sind die ersten Gewinner des Trainerwechsels von Markus Babbel zu Christian Gross. Ihre stark verbesserten Leistungen kommen nach Monaten der Formkrise etwas plötzlich, sind aber keine Überraschung. Ihr neuer Coach stand schon immer auf den Typus robuster, kantiger Strafraumstürmer, wie beide ihn verkörpern. Gross' Strategie, seine Angreifer nicht ständig ins Kombinationsspiel einzubinden sondern lieber im gegnerischen Strafraum lauern zu lassen, kommt ihnen eher entgegen als etwa dem lauffreudigen Cacau. «Christian Gross will, dass wir Stürmer immer im Zentrum spielen, um Tore zu machen», sagt Marica. «Ich habe das Gefühl, dass ich mehr Vertrauen habe. Er hat uns stark geredet.»
Bis zum Amtsantritt des Schweizers klappte bei Marica und Pogrebnjak so gut wie gar nichts. Beide hatten Probleme, sich beim VfB einzugewöhnen. Und beide schleppten eine große Bürde mit sich herum: Marica war bis zur Verpflichtung von Zdravko Kuzmanovic der teuerste Einkauf der Vereins-Geschichte. «Es war für mich ein gewaltiger Druck, in Stuttgart vor allem der Acht-Millionen-Mann zu sein», erklärt er. Pogrebnjak wurde geholt, um den nach München gewechselten Mario Gomez zu ersetzen. Dessen Schatten wäre in den ersten Monaten auch für andere zu lang gewesen. Dabei hatten sich beide Stürmer schon vor ihrer Zeit in Stuttgart einen Namen gemacht. Marica ist in Rumänien ein Star. «Wenn ich in Bukarest lande, dann werde ich vom Flughafen bis nach Hause von Fotografen verfolgt», erzählt er. Pogrebnjak schoss Zenit St. Petersburg 2008 mit zehn Toren zum Gewinn des UEFA-Cups. «Sie müssen ihr Potenzial jetzt auch in Zukunft zeigen», sagte Horst Heldt. Sonst bleiben die zuletzt gehandelten Ideye Brown (Xamax Neuchatel) oder Kevin Kuranyi (Schalke 04) in Stuttgart ein Thema. Was für Marica und Pogrebnjak spricht: Sie sind mit 24 und 26 Jahren noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Und sie können sich auf dem Platz perfekt auf russisch verständigen. «Wir verstehen uns gut», sagt Marica. Seine dreieinhalb Jahre bei Schachtjor Donezk zahlen sich da aus. |