Hecking froh: Stammplatz für Bayern-Leihgaben
Belek (dpa) - 03.01.2010, 13:33 Uhr
Andreas Ottl (l) und Breno werden an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen.
Der 1. FC Nürnberg rüstet sich für die Rückrunde der Fußball-Bundesliga - und zwei Bayern-Leihgaben sollen ihn im Abstiegskampf retten. «Wer bei den Bayern die Nummer 14 oder 15 ist, der kann so schlecht nicht sein», sagte Trainer Dieter Hecking im Trainingslager des «Club» im türkischen Belek. Mittelfeldspieler Andreas Ottl und Innenverteidiger Breno, die vom FC Bayern München bis zum 30. Juni ausgeliehen wurden, nehmen am 04. Januar das Training mit der Mannschaft des Tabellenvorletzten auf, haben aber einen Stammplatz schon sicher. Beim Rückrundenstart am 17. Januar beim FC Schalke sollen beide laut Hecking spielen. Bereits im Testspiel gegen den MSV Duisburg wird das Bayern-Duo sein Debüt im Trikot der Franken geben. Hecking, der am 22. Dezember Michael Oenning abgelöst hatte, hält große Stücke auf die Neuzugänge. «Andreas macht einen halben Schritt zurück, um weiterzukommen. Ich habe ihn seit Jahren verfolgt. Er hat einen absolut sauberen Charakter», beschrieb der FCN-Coach seine Eindrücke von Ottl. Den Brasilianer Breno hält der 45 Jahre alte Coach für «schnell, stark im Kopfball und im Zweikampf». Allerdings habe er «ein bis zwei Kilo zu viel. Sollte das Trikot spannen, dann schauen wir, dass wir es passend kriegen», merkte Hecking an.
Ob in der kurzen Winterpause weitere Spieler verpflichtet werden, ist noch offen. In Belek, wo die Nürnberger am Sonntag bei Sonnenschein und angenehmen 20 Grad trainierten, spielt in dieser Woche der slowakische Nationalspieler Radoslav Zabavnik vor. «Wir wollen uns bestätigen lassen, was wir von ihm schon gesehen und gehört haben», sagte Sportdirektor Martin Bader über den Mittelfeldspieler, dessen Vertrag bei Terek Grosny in Russland ausgelaufen ist. Der frühere Bayern-Stürmer Roy Makaay, der angeblich an einem Wechsel zum «Club» interessiert war, ist in Nürnberg kein Thema. Auch Makaays Club Feyenoord Rotterdam und sein Berater Rob Jansen haben entsprechende Meldungen als falsch zurückgewiesen. Die Woche an der türkischen Rivera will Hecking nutzen, sein Team auch mental auf den Kampf um den Klassenverbleib einzustimmen. Er müsse die Spieler im Kopf dazu bringen, dass sie wieder cleverer spielen. Zudem will er über personelle Korrekturen nachdenken. «Wenn man nur zwölf Punkte hat, dann muss man alles hinterfragen», sagte Hecking und kündigte einen harten Wettbewerb um die Stammplätze an: «Keiner darf sich sicher sein.» Breno und Ottl werden in Abwehr und Mittelfeld den Konkurrenzkampf anheizen, in der Offensive sieht der Coach weniger Probleme: «Was die individuelle Klasse angeht, sind wir da gar nicht so schlecht. Aber das Zusammenspiel muss besser werden».
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