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Bayer gewinnt Herbsttitel - Veh bleibt VfL-Coach

Düsseldorf (dpa) - 20.12.2009, 13:09 Uhr

Leverkusens Stefan Kießling (l) jubelt über das 1:0 mit dem Torschützen Toni Kroos.
Leverkusens Stefan Kießling (l) jubelt über das 1:0 mit dem Torschützen Toni Kroos.

Die Halbzeit-Tabelle der Fußball-Bundesliga spiegelt ein Phänomen wieder. Nicht die junge Trainer-Generation gibt den Ton an, sondern die Routiniers Jupp Heynckes (64), Felix Magath (56) und Louis van Gaal (58).

Die Trainer-«Dinos» besetzen mit Bayer Leverkusen (35 Punkte), den FC Schalke 04 (34) und Bayern München (33) Platz eins bis drei. «Der unschätzbare Vorteil ist die Erfahrung bei der Teamführung. Das ist ein wichtiges Faustpfand», sagte Heynckes zum Erfolg der Altmeister.

Dass er nach seiner Rückkehr aus dem Ruhestand die junge Werkself gleich zum Spitzenprodukt der Hinrunde formte und 17 Mal unbesiegt zur zweiten Herbstmeisterschaft nach 2001 führte, verdient Respekt. «Der Titel sagt mir überhaupt nichts. Wichtiger ist mir die Pole- Position in der Tabelle», meinte Heynckes nach dem 3:2 gegen Borussia Mönchengladbach. «Die Truppe ist willig, erfolgshungrig und konzentriert aufgetreten. So und nicht anders wird es auch 2010 sein.» Die Hoffnung beim «ewigen Zweiten», am 8. Mai 2010 den ersten Titel nach vier Vizemeisterschaften zu gewinnen, nährt die Statistik: 31 von 46 Herbstmeistern standen nach 34 Spieltagen an der Spitze.

Der FC Schalke 04 hatte zweimal den Herbsttitel (1971/2000) geholt, ging am Ende aber jeweils leer aus. Dass die «Königsblauen» mal wieder etwas Zählbares gewinnen, traut man Hoffnungsträger Magath zu, der trotz des Wirbels um die Finanzkrise seine Mannschaft auf Platz zwei führte. «34 Punkte - das ist etwas, was wir uns nicht mal erträumt hatten», resümierte er nach dem 1:0 gegen Mainz.

Champion unter den Herbstmeistern ist der FC Bayern München, der 14 Mal Platz eins im Winter bis zum Bundesliga-Finale verteidigen konnte. Der Rekordmeister stand zwar seit 51 Spieltagen nicht mehr an der Spitze, ist aber nach einer Erfolgsserie von zehn Partien ohne Niederlage als Tabellen-Dritter auf dem Sprung. «Ich ärgere mich, dass Weihnachten kommt, denn ich denke, wir hätten auch die nächsten Spiele so weitergespielt», sagte Torjäger Mario Gomez nach dem 5:2 gegen Schlusslicht Hertha BSC. Für die seit dem 8. August sieglosen Berliner wird die Abstiegsgefahr immer präsenter. «Eine Vorrunde mit sechs Punkten ist unterirdisch», klagte Kapitän Arne Friedrich.


Ratlos ist auch Wolfsburgs Trainer Armin Veh, der mit dem Meister- Ensemble bei Eintracht Frankfurt nicht über ein 2:2 hinauskam und seit sechs Partien keinen Erfolg verbuchte. Dennoch soll der Magath- Nachfolger noch eine Chance bekommen. «Wir gehen mit Armin Veh in die Rückrunde», verkündete Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz und unterstrich, Veh nicht in seiner Macht beschneiden zu wollen: «Ich glaube nicht, dass wir jemanden an seiner Seite brauchen. Er bleibt Trainer, Manager und Geschäftsführer.»

Trotz eines glanzlosen 1:0 gegen den SC Freiburg feierte Borussia Dortmund im Anschluss den 100. Geburtstag des Vereins mit Glanz und Gloria. «Es war mir wichtig, die Feier nicht zu verderben», meinte BVB-Chefcoach Jürgen Klopp, der mit zehn Spielen ohne Niederlage sogar seinen legendären Vorgänger Ottmar Hitzfeld beeindruckte: «Ich traue dem BVB sogar zu, Sensations-Meister zu werden.»

Von diesem Ziel ist der VfB Stuttgart, Titelträger von 2007, ganz weit entfernt. Doch nach dem ersten Bundesliga-Heimsieg seit 18 Wochen gegen 1899 Hoffenheim (3:1) entspannte sich die Lage bei den Schwaben. «Das war ein guter Abschluss nach einer schwierigen Hinserie», meinte der neue VfB-Coach Christian Gross. «Aber der Sieg darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns immer noch im Abstiegskampf befinden.»

Immer tiefer in den Tabellen-Keller rutscht Hannover 96 (13. Platz), das mit 2:3 gegen den VfL Bochum verlor und sich mit nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen in die Winterpause verabschiedete. Dank des Kunstschusses von Bochums Christian Fuchs zum 3:2 in der 86. Minute geht der Revierclub etwas entspannter in die Weihnachtsferien. «Die Mannschaft hat Moral gezeigt. Die Situation ist aber weiter gefährlich für uns», warnte Heiko Herrlich, der Trainer des Tabellen-15.

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