Länder wollen Millionen für Polizeieinsätze
Hamburg (dpa) - 20.12.2009, 12:41 Uhr
Die Polizei nimmt bei einem Bundesligaspiel einen Randalierer in Gewahrsam.
Der amtierende und der künftige Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und sein Hamburger Kollege Christoph Ahlhaus (CDU), wollen die Fußballverbände DFB und DFL bei der Bekämpfung von Fan- Gewalt stärker in die Pflicht nehmen. «Die Kosten bei Spielen in den ersten drei Ligen belaufen sich für die Saison 2008/2009 auf rund 80 Millionen Euro», sagte der derzeitige Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Mäurer, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er will, dass die Verbände die Hälfte übernehmen. Am 21. Dezember treffen sich der Bremer Innensenator und Kollegen aus anderen Ländern mit DFB-Chef Theo Zwanziger, um über die Eindämmung der Gewalt und über Finanzmittel zu reden. Bei den Verhandlungen über die Sicherheitskosten bei Fußballspielen darf es nach Meinung von Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) keine voreiligen Festlegungen geben. Diese würden die Gespräche unnötig belasten, erklärte der Sprecher der unionsgeführten Länder in der Innenministerkonferenz am Sonntag in Wiesbaden. Es sei falsch, bereits jetzt konkrete Summen zu nennen. Es gehe darum, die Gewalt zurückzudrängen. So könnten langfristig die Kosten reduziert werden.
«Die Gewaltexzesse und die polizeiliche Präsenz bei solchen Spielen haben drastisch zugenommen. Wir sprechen hier nicht von Einzeltätern, sondern von organisierten Gruppen, die quer durch Deutschland reisen und Gewalt anzetteln», betonte Ahlhaus in einem dpa-Gespräch. Der Hamburger Innensenator kündigte an, den Kampf gegen die Gewalt im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen zu einem Schwerpunkt der Konferenz im kommenden Jahr zu machen. Ahlhaus übernimmt zum Jahreswechsel turnusmäßig deren Vorsitz. Die Spiele in den ersten drei Ligen haben nach Angaben des Bremer Innensenators in der vorigen Saison 17,6 Millionen Menschen besucht. «Es gab eine erschreckende Bilanz», sagte Mäurer. «Wir hatten Tausende von Ermittlungsverfahren und über 8000 Maßnahmen seitens der Polizei, wie vorläufige Festnahmen oder Ingewahrsamnahmen. Es wurden 830 Menschen verletzt, davon 268 Unbeteiligte und 229 Polizisten.» Die Einsatzbelastung der Beamten sei auf den Rekordwert von rund 1,2 Millionen Stunden gestiegen, dies entspreche der Jahresarbeitszeit von 1260 Polizisten. «Massiven Handlungsbedarf» sieht Mäurer bei der Reduzierung des Gewaltaufkommens. «Das kann erreicht werden, indem man weniger Karten an die Fans der Auswärtsmannschaft verkauft bei Problem-Begegnungen.» Dazu könne man den Kartenkauf beispielsweise personengebunden organisieren, wie bei der Weltmeisterschaft in Deutschland.» Sein Hamburger Amtskollege forderte auch ein Entgegenkommen des Profifußballs bei Spielansetzungen. Man müsse darüber reden, ob «polizeilich als schwierig einzustufende Begegnungen» unbedingt am 1. Mai stattfinden müssen.
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