Langsam scheint das Team um Gomez und Co. den Fußballlehrer zu verstehen und ganz offen tun sich Parallelen zwischen jener erfolgreichen Van Gaal-Ära bei Ajax, Barcelona, Alkmaar und der jetzigen Situation bei den Münchnern auf.
Bei allen Teams tat sich der Niederländer zunächst schwer. Und bei jedem seiner Vereine war er extrem von sich überzeugt.
"Ich bin der Beste, der richtige für diese Situation", "Ich bin wie Gott", sagte Van Gaal.
Aussagen die nicht nur von extremem Selbstbewusstsein zeugen, sondern für viele auch von einer ausgesprochenen Arroganz.
Dabei übersieht man leicht, dass Van Gaal sich schon in zwei wesentlichen Aspekten verdient gemacht hat.
Die Aspekte heißen Thomas Müller und Holger Badstuber.
Anders als Felix Magath bei Schalke, der aus der Not heraus auf seine Youngster setzen muss, hat der ehemalige Bonds-Coach ganz bewusst einem Badstuber den Vorzug vor Weltmeister Lucio gegeben.
Nicht nur das Badstuber links, wie rechts gleich stark ist. Van Gaal sah auch das große Zweikampf-Talent des Innenverteidigers, der ein wenig an den jungen Michael Reiziger erinnert.
Und nicht zuletzt gegen Mönchengladbach präsentierte der junge Defensivmann auch ein ausgesprochenes Feingefühl bei Freistößen und Ecken.
Noch mehr im Blick der Öffentlichkeit steht Thomas Müller.
Der zweite Neuling, dem vor der Saison alles, nur kein Stammplatz zugetraut wurde.
Viele sprechen beim 20-jährigen Offensivspieler schon vom größten deutschen Talent seit Sebastian Deisler.
Mit diesen Spielern scheint der Van Gaal erreichen zu wollen, was ihm zuvor schon bei Ajax mit Kluivert und Reiziger und bei "Barca" mit Puyol, Xavi und Iniesta gelungen war.
Hoffnungsvolle Talente früh debütieren zu lassen und sie langsam zu Weltklassespielern zu formen.
Ob ihm diese Erfolgsgeschichte auch bei den beiden Bayern-Youngstern gelingt?
Neu-Präsident Uli Hoeneß passt die Diskussion um Müller und Badstuber, die schon mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht werden, gar nicht.
"Kaum schießt jemand drei Tore, wird schon nach der Nationalmannschaft gerufen. Früher musste man ein Jahr so spielen, um nominiert zu werden. Man sollte die Kirche doch mal im Dorf lassen", so Hoeneß.
Fest steht, Louis van Gaal braucht den schnellen Erfolg. Eine Premieren-Saison wie bei seinem letzten Klub Alkmaar, wo er nur den zwölften Platz erreichte und schon kurz vor dem Rausschmiss stand, kann er sich in München nicht leisten.
Doch nach der letzten Siegesserie und den Rest-Programm der Hinrunde mit Bochum und Hertha ist erst mal Ruhe an der Säbener Straße eingekehrt.
Denn langsam ist Van Gaals Konzept, eine junge talentierte Mannschaft aufzubauen und nach einer gewissen Zeit die logischen Erfolge zu feiern, auch beim deutschen Rekordmeister zu erkennen.
Schon am kommenden Wochenende ist das Team einmal mehr gefordert das Vertrauen zurück zu zahlen.
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