VfB appelliert in Offenem Brief an Fans
Stuttgart (dpa) - 09.12.2009, 12:46 Uhr
Aufgebrachte VfB-Anhänger stehen nach dem Bochum-Spiel der Polizei gegenüber.
Der VfB Stuttgart hat als Reaktion auf die gewalttätigen Ausschreitungen rund um das Spiel gegen den VfL Bochum seine Fans in einem Offenen Brief um faire und leidenschaftliche Unterstützung gebeten. «Lautstark, farbenfroh und mit dunkelrotem Herzen - aber kompromisslos gegen Hass, Gewalt und Ausschreitungen aller Art!», appellierte der dreiköpfige Vorstand mit Erwin Staudt, Ulrich Ruf und Horst Heldt an die Anhänger des schwäbischen Fußball- Bundesligisten in dem auf der Homepage des Vereins veröffentlichten Schreiben. Vor dem Spiel gegen den Tabellen-16. VfL Bochum hatten VfB-Anhänger den eigenen Mannschaftsbus attackiert und den VfB-Profis verbal und mit Gesten im Fall eines Abstiegs den Tod angedroht. Nach dem 1:1 hatten rund 3000 teilweise gewaltbereite Zuschauer versucht, das Business-Center im Stadion und die Geschäftsstelle zu stürmen. Polizei und Ordner konnten dies durch massiven Einsatz verhindern. Teamchef Markus Babbel wurde - unter anderem mit Verweis auf die Gewaltausbrüche - am Tag darauf entlassen. Der Schweizer Christian Gross ist neuer Trainer.
VfB-Keeper Jens Lehmann hatte dem Vorstand im Zusammenhang mit der Babbel-Entlassung Führungsschwäche vorgeworfen. Die Verantwortlichen hätten sich von den Fan-Protesten beeinflussen lassen, meinte Lehmann in einem Interview mit dem TV-Sender Sky. «Ich bin aus dem Stadion gegangen und habe diese große Gruppe von zumeist pubertären Jugendlichen da stehen sehen», sagte Lehmann. «Und das hat dann wohl den Ausschlag gegeben, den Verein dazu zu bewegen, Entscheidungen zu treffen.» Die Vereinsführung teilte nun mit, die Ereignisse rund um die Partie hätten alle geschockt: «Ein großer Schatten trübte das positive Bild unseres VfB Stuttgart in ganz Deutschland. Randalierer, Chaoten und blinder Fanatismus haben dem Fußball allgemein, insbesondere aber dem VfB Stuttgart, massiv geschadet.» Der Club habe für jeden Verständnis, der seinen Unmut über die momentane sportliche Situation äußere. «Fußball lebt von Emotionen, aber Hass und Gewalt haben in unserem geliebten Sport und in unserer Gesellschaft nichts zu suchen!»
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