Kein Verfahren gegen Frankfurter Franz
Frankfurt/Main (dpa) - 08.12.2009, 16:08 Uhr
Frankfurts Franz (r) jubelt nach dem Schlusspfiff. Der Mainzer Bancé ist enttäuscht.
Der Frankfurter Verteidiger Maik Franz muss nach seinen Auseinandersetzungen mit dem Mainzer Aristide Bancé im Derby beider Teams keine Sperre befürchten. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stellte das Ermittlungsverfahren gegen Franz ein, teilte der DFB mit. Demnach kann dem 28- Jährigen eine diskriminierende Äußerung gegen Bancé im Bundesliga- Spiel (2:0) nicht nachgewiesen werden. Gegen Bancé wird hingegen weiter ermittelt. «Bezüglich des Tatvorwurfs steht auch nach der Anhörung beider Spieler durch den DFB-Kontrollausschuss Aussage gegen Aussage», sagte Norbert Weise, stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. Sowohl Franz als auch Bancé hatten beim DFB erscheinen müssen, um sich zu den Vorfällen am vergangenen Spieltag zu äußern. Beide Spieler waren in dem hitzigen Duell mehrmals aneinandergeraten.
«Ich bin natürlich froh darüber, dass das Verfahren eingestellt wurde, aber das ist zu hundert Prozent auch die richtige Entscheidung gewesen. In meinem Leben haben Rassismus und Diskriminierung keinen Platz, weder auf noch abseits des Spielfeldes», kommentierte Franz die Entscheidung. Nach der Partie hatte Bancé den Frankfurter Abwehrspieler beschuldigt, er habe ihn mehrmals beschimpft und ihn unter anderem als «dreckigen Neger» bezeichnet. Franz hatte die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen. «Das entspricht nicht meinen ethischen und moralischen Vorstellungen. Ich finde es nicht gut, dass er so etwas erzählt.» Während Franz, der wegen seiner fünften Gelben Karte bei 1899 Hoffenheim fehlen wird, im letzten Hinrundenspiel gegen den VfL Wolfsburg am 19. Dezember wieder mitwirken darf, droht dem Mainzer Angreifer nach wie vor eine Sperre. Der Stürmer aus Burkina Faso hatte Franz nach dem Schlusspfiff den Mittelfinger gezeigt.
|