Drei Tage nach den massiven Protesten von Anhängern des VfB Stuttgart hat sich der renommierte Sportsoziologe Gunter A. Pilz für ein Fan-Projekt in Stuttgart stark gemacht.
«Dass Stuttgart kein Fan-Projekt hat, ist nach wie vor ein Skandal», sagte der Wissenschaftler in einem Interview der «Stuttgarter Nachrichten». Die baden-württembergische Landeshauptstadt ist einer von nur drei der 18 Bundesliga-Standorte, an denen keine vereinsunabhängige Betreuung von Fußball-Fans geleistet wird.
Ein Allheilmittel gegen Ausschreitungen wie nach dem 1:1 des VfB gegen den VfL Bochum, das zur Entlassung von Trainer Markus Babbel geführt hatte, sei eine solche Einrichtung aber keinesfalls. «Ich denke, Fan-Projekte leisten wichtige und gute Arbeit, aber solche Eskalationen wie die vom vorigen Samstag kann auch ein Fan-Projekt, das aus einem, höchstens zwei Sozialarbeitern besteht, nicht verhindern», sagte der Hannoveraner Wissenschaftler, der auch als Berater des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für Fan-Fragen und Gewaltprävention tätig ist. «Es kann aber dazu beitragen, dass man für das, was da stattfindet - auch wenn es schwerfällt - ein Stück Verständnis aufbringt und nicht nur mit Gewalt und Gegengewalt reagiert.»