Derby-Nachspiel: Bancé und Franz zum Rapport
Frankfurt/Main (dpa) - 07.12.2009, 13:41 Uhr
Frankfurts Maik Franz (l) und der Mainzer Aristide Bancé geraten aneinander.
Nach dem «Stinkefinger» von Aristide Bancé und dessen Rassismusvorwürfen gegen Maik Franz hat das emotionale Rhein-Main-Derby zwischen Eintracht Frankfurt und dem FSV Mainz 05 womöglich ein sportjuristisches Nachspiel. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nahm Ermittlungen gegen den Mainzer Stürmer und den Abwehrspieler der Eintracht auf. Die Streithähne sollen sich «zeitnah» vor dem Gremium zu den Vorfällen beim Bundesligaduell äußern, danach wird über den weiteren Fortgang der Verfahren entschieden. Nach der 0:2-Niederlage des Aufsteigers hatte Bancé in Effenberg-Manier mehrmals den Mittelfinger in Richtung Franz ausgestreckt. Der FSV-Angreifer begründete die unsportliche Geste damit, dass er zuvor von seinem Frankfurter Gegenspieler mit rassistischen Äußerungen beleidigt worden sei. «Er hat mich das ganze Spiel über provoziert, hat mich auf das Übelste beschimpft, meinen Vater und meine Mutter beleidigt. Er hat mich als dreckigen Neger bezeichnet. Nach dem Spiel kommt er zu mir und nennt mich einen Hurensohn. So etwas kann ich nicht akzeptieren», begründete Bancé seine Wut-Attacke nach dem Abpfiff.
Franz hatte die schweren Vorwürfe bereits vehement zurückgewiesen. «Das entspricht nicht meinen ethischen und moralischen Vorstellungen. Ich finde es nicht gut, dass er so etwas erzählt», erklärte er. Rückendeckung erhielt der Neuzugang vom Karlsruher SC, der in der hitzigen Partie seinem Ruf als «enfant terrible» gerecht geworden war, von Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen. «Das halte ich für völlig ausgeschlossen, das passt überhaupt nicht zu Maik Franz», sagte Bruchhagen. In Mainz sieht man das etwas anders, auch wenn sich Bancés Vorwürfe wohl kaum beweisen lassen. «Inzwischen weiß ich, dass es von Aristide keine Aktion, sondern eine Reaktion war», sagte 05-Manager Christian Heidel. Eine vereinsinterne Strafe werde es daher nicht geben, auch «wenn er sich im Griff haben muss». Zwar belegen einige TV-Bilder, dass Franz während der 90 Minuten mehrmals lautstark auf Bancé einredete, teilweise sogar brüllte. Doch der Inhalt wird sich wohl nicht klären lassen, Aussage steht gegen Aussage.
|