Zehntausende bei emotionaler Enke-Trauerfeier
Hannover (dpa) - 15.11.2009, 12:28 Uhr
Der Sarg mit dem verstorbenen Nationaltorhüter Robert Enke steht im Mittelkreis der AWD-Arena.
Hannover (dpa) - Bei einer bewegenden Trauerfeier haben etwa 40 000 Menschen Abschied von Robert Enke genommen. Mit klassischer Musik und Traueransprachen wurde des Nationaltorwarts gedacht, der sich am 10. November das Leben genommen hatte. Der Sarg Enkes war im Mittelkreis des Stadions in Hannover aufgebahrt. Seine Witwe Teresa saß mit Familienangehörigen und Freunden auf einem am Spielfeldrand aufgebauten Podest. DFB-Kapitän Michael Ballack und Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker legten einen Kranz nieder. Alle Nationalspieler verneigten sich am schlichten Holzsarg, der von Blumengebinden und einem Herz aus weißen Rosen umgeben war. Eine Schülerin sang bei der von fünf TV-Stationen live übertragenen Trauerfeier vor zahlreichen Spitzenvertretern des deutschen Fußballs das Vereinslied von Hannover 96 «Alte Liebe» und wurde dafür mit sanftem Applaus bedacht.
Neben dem DFB-Team um Bundestrainer Joachim Löw gehörten Vertreter zahlreicher Fußball-Verbände, Bundesligisten sowie ausländischer Vereine und Spieler zu den Gästen bei der größten Trauerfeier der deutschen Sportgeschichte. Franz Beckenbauer, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die OK-Chefin der Frauen-WM 2011, Steffi Jones, gehörten ebenfalls zur Trauergemeinde. Weitere Gäste waren Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Ex-Kanzler Gerhard Schröder. DFB-Präsident Theo Zwanziger appellierte in seiner Rede an die Menschlichkeit und forderte einen Blick über den Sport hinaus. «Denkt nicht nur an den Schein. Denkt auch an das, was in den Menschen ist, an Zweifel und Schwäche», sagte Zwanziger. Alle seien aufgerufen, nach der Trauer das Leben in Maß und Balance mit Fairplay und Respekt zu gestalten. Martin Kind, Vereinspräsident von Hannover 96, würdigte Enke für seine sportlichen Leistungen und hob zudem besonders die menschlichen Qualitäten des Torhüters hervor. |