Der Freitod von Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke hat auch Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf für das bisherige Tabu-Thema Depressionen sensibilisiert.
Schaaf richtete nach Bremer Medienberichten vor dem Training einen Appell an seine Spieler: «Scheut euch nicht, jemandem zu helfen! Scheut euch nicht, Hilfe zu suchen! Achtet aufeinander!»
Schaaf, der seit mittlerweile 31 Jahren im Profi-Fußball ist, sind die möglichen Gefahren in seinem Geschäft bewusst. «Unser Bild in der Öffentlichkeit ist so, dass wir immer stark sein müssen», sagte der 48-Jährige, «für Schwäche ist in dieser Gesellschaft kein Platz». Verlangt würden «Stärke, Tatkraft, Überzeugung - das sind Kennzeichen, die unser Metier bestimmen», meinte Schaaf, der sich der Verantwortung in den kommenden Wochen bewusst ist: «Wir sollten das Thema bearbeiten, wir müssen darüber sprechen.»
Spekulationen, warum Enke den Weg des Selbstmordes wählte, sind für Schaaf fehl am Platz. «Weil Robert in der Öffentlichkeit stand, bekommt sein Tod eine hohe Aufmerksamkeit. Aber schauen wir doch raus in unsere Welt. Es passiert viel zu oft, dass sich Menschen das Leben nehmen.»