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DFL: 50+1-Regel bleibt

Frankfurt/Main (dpa) - 10.11.2009, 15:27 Uhr

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Frankfurt/Main (dpa) - Die 50+1-Regel im deutschen Fußball bleibt. Die Vertreter der Bundesliga-Vereine sprachen sich auf ihrer Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main eindeutig für die Beibehaltung aus.

Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitteilte, habe es lediglich eine Stimme für eine Abschaffung der bisherigen Regelung gegeben. Diese kam vermutlich von Hannovers Präsident Martin Kind, der den Antrag gegen die 50+1-Regel eingebracht hatte. Zudem gab es drei Enthaltungen, die übrigen Vertreter sprachen sich für den Status Quo und damit gegen englische Verhältnisse mit einer Mehrheitsbeteiligung finanzkräftiger Investoren aus.

Der Mainzer Manager Christian Heidel erklärte nach dem mehrstündigen Treffen, der Antrag Kinds sei «eindeutig abgelehnt worden. Kind hätte für seine gewünschte Satzungsänderung eine Zwei- Drittel-Mehrheit benötigt. Doch die Haltung der 36 Erst- und Zweitligaclubs war eindeutig. Auch in Zukunft soll die bestehende «50+1-Regel» verhindern, dass Investoren wie zum Beispiel in England mehr als 50 Prozent der Club-Anteile erwerben können.

Kind kämpft schon seit Jahren für eine Modifizierung und erhofft sich von einer Öffnung für externe Geldgeber mehr Chancengleichheit. Seiner Ansicht nach ist die Regelung bei von Großsponsoren unterstützten Clubs wie Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim ohnehin «praktisch außer Kraft gesetzt».

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte dem 96-Präsident vor der Sitzung Erpressung vorgeworfen. «Sie drohen, vor den Europäischen Gerichtshof zu gehen, wenn wir dem Konsensmodell nicht zustimmen. Damit erpressen Sie die Liga», sagte Watzke in einem Interview mit der «Bild-Zeitung». Kind hatte in der «Frankfurter Rundschau» betont, er strebe eine «gemeinsame Lösung» an, sagte aber auch: «Wenn wir keinen Konsens herstellen können, wird es zu einer Rechtsklärung kommen.»

Zweitligist FSV Frankfurt hatte sich vor der mit Spannung erwarteten Sitzung für ein Modell stark gemacht, dass Investoren mehr Einfluss einräumt, eine Vereinsübernahme aber untersagt. Die Hessen wollten bis zur nächsten Mitgliederversammlung ein beschlussfähiges Konsensmodell entwickeln lassen, das rechtlich fundiert ist. Doch auch diese Variante wurde von den Vereinen abgeschmettert.


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