Beim Hamburger SV sind nicht Schweinegrippe und Impfvorsorge die Top-Themen, sondern Bänder- und Sehnenrisse. Den verletzungsgeplagten Fußball-Bundesligisten hat es erneut erwischt: Mittelfeldspieler Zé Roberto fällt mit einem Bänderanriss im rechten Sprunggelenk vorerst aus.
Die Verletzung hat sich der Brasilianer im Bundesligaspiel bei Hannover 96 (2:2) zugezogen. Das Malheur wurde er erst am Montagabend festgestellt, nachdem sich der 35-Jährige einer Kernspintomographie unterzogen hatte. Zé Roberto muss in den nächsten zehn Tagen einen Gipsverband tragen. «Danach gibt es eine Kontrolluntersuchung und wir müssen sehen, ob das Gelenk genug Stabilität hat», sagte HSV-Sprecher Jörn Wolf. Eine Prognose, wie lange der frühere Bayern-Spieler aussetzen muss, will derzeit niemand geben. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass er in Anbetracht des Trainingsausfalls selbst bei schneller Genesung im Heimspiel gegen den VfL Bochum am 22. November nicht wird spielen können. «Wir hoffen, dass er so schnell wie möglich wieder fit wird», sagte Trainer Bruno Labbadia.
Es scheint, als hätte den HSV eine Seuche heimgesucht. Immer wieder werfen schwerwiegende Verletzungen den Titel-Aspiranten zurück. Alex Silva, Paolo Guerrero und Collin Benjamin stehen wegen Kreuzbandrissen seit Monaten nicht zur Verfügung, Mladen Petric wurde von einem Sehnenriss im rechten Sprunggelenk gestoppt, Romeo Castelen ist nach einer weiteren Knieoperation erneut außer Gefecht gesetzt und Bastian Reinhardt wurde von einem Fußbruch 2009 komplett aus der Bahn geworden.
In Zé Roberto hat es einen weiteren Stützpfeiler des HSV-Teams getroffen. Der Mittelfeldstratege hat maßgeblichen Anteil an dem erfolgreichen Saisonverlauf für die Hamburger. Sechs Tore hat der Brasilianer in Bundesliga und Europa League bislang für den HSV erzielt und obendrein fünf Treffer vorbereitet. Mit seinem Kollegen David Jarolim gehört der dynamische Profi zum Besten, was die Bundesliga im defensiven Mittelfeld zu bieten hat.
Fällt Zé Roberto längere Zeit aus, muss Trainer Labbadia wieder einmal improvisieren. Als Alternativen stehen Robert Tesche und der senegalesische Nationalspieler Mickael Tavares bereit. Ob dem Personalnotstand mit Neuverpflichtungen begegnet werden soll, will die Vereinsführung erst in der Winterpause entscheiden.