«Alarm» im Tollhaus FC Bayern - Hertha am Boden
Düsseldorf (dpa) - 08.11.2009, 19:26 Uhr
Hannovers Constant Djakpa (l) und Hanno Balitsch (r) im Einsatz gegen Jerome Boateng.
Düsseldorf (dpa) - Die Tabellenspitze in weiter Ferne, die Stimmung im Keller - nach dem neuerlichen Rückschlag entlud sich beim Fußball-Rekordmeister der aufgestaute Frust. «Es ist Alarm bei Bayern München», befand Abwehrspieler Daniel van Buyten. Mehr noch als das aus sportlicher Sicht unbefriedigende 1:1 gegen den FC Schalke machte die Kritik von Nationalspieler Philip Lahm an der Vereinsführung und die Stadion-Flucht von Weltmeister Luca Toni zu schaffen. Die Reaktion der Clubspitze ließ nicht lange auf sich warten: Nach einem Rapport bei Vorstand Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Louis van Gaal wurden beide Profis mit hohen Geldstrafen belegt. Alle Hoffnungen auf eine Trendwende erwiesen sich erneut als Wunschdenken. Mit dem 1:1 gegen den Revierclub vergrößerte sich der Rückstand auf Tabellenführer Leverkusen auf sechs Punkte. Nicht nur in der Champions League, sondern auch in der Meisterschaft sind die Saisonziele in Gefahr geraten. Gleichwohl muss van Gaal akut nicht um seinen Job bangen. «Wir werden in aller Ruhe bis Weihnachten abwarten und gucken, wie das Zwischenergebnis ist», sagte Manager Uli Hoeneß.
«In aller Ruhe» werden die Probleme jedoch kaum zu lösen sein. Schon am Sonntag gab es die nächste Aufregung. «Wir sind enttäuscht, weil er als stellvertretender Kapitän hier eigentlich eine besondere Verantwortung für die Mannschaft und den Club trägt. Philipp Lahm wird deshalb mit einer Geldstrafe belegt, wie es sie in dieser Höhe beim FC Bayern München noch nicht gegeben hat», wurde Rummenigge in einer Mitteilung des Vereins zitiert. Demnach müsste Lahn für seine öffentliche Klage über eine fehlende Spiel-Philosophie und verfehlte Einkaufspolitik mehr als 50 000 Euro bezahlen. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Schon am kommenden Spieltag besteht die Chance zur sportlichen Schadensminimierung. Mit einem Heimsieg über Leverkusen könnte das auf Rang acht abgerutschte Starensemble die Wende einleiten. Allerdings hat Bayer als einziges Bundesliga-Team noch kein Saisonspiel verloren. Beim 4:0-Kantersieg über Frankfurt stellten die Heynckes-Schützlinge abermals Titelreife unter Beweis. Trotz des anhaltenden Höhenfluges äußerte sich Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zurückhaltend: «Es hat sich nichts geändert nach dem 4:0. Andere Clubs wie Bremen, HSV, Schalke oder Bayern sind dicht dran.» |