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Lucio kritisiert Vorstand: «Bayern-Herz verloren»

Mailand (dpa) - 08.11.2009, 13:58 Uhr

Lucio hat sich bei Inter Mailand schnell eingelebt.
Lucio hat sich bei Inter Mailand schnell eingelebt.
 
 

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Auch Bayern Münchens Ex-Profi Lucio hat sich mit den Vorstand des deutschen Fußball-Rekordmeisters kritisch auseinandergesetzt.

Auf die Frage nach den wahren Beweggründen für seinen Abschied aus München im Sommer sagte der zu Inter Mailand gewechselte Brasilianer der «Bild am Sonntag» im Interview: «Niemand hat versucht, mich zum Bleiben zu überreden»» klagte der Weltmeister von 2002, «ich habe beim Confed Cup mein Bayern-Herz verloren. Mich erreichten Meldungen, wonach der FC Bayern nicht mehr an mir interessiert sei. Es wäre einfacher gewesen, ein Verantwortlicher hätte mich eingeweiht. Das war das Ende.» Obwohl er immer alles gegeben habe und stets loyal gewesen sei, habe man ihn verkauft, ohne mit der Wimper zu zucken.

Lucio hat mit den Bayern zwar jeweils drei Mal (2005, 2006, 2008) den deutschen Meistertitel und den DFB-Pokal gewonnen, sieht aber sich und den aus seiner Sicht stets vorbildlichen Einsatz von den Club-Verantwortlichen nicht genügend gewürdigt. «Wenn an den Gerüchten nichts dran gewesen wäre, hätten die Bosse sofort dementiert. So wie sie es sonst auch machen, wenn ihnen etwas nicht passt», ergänzte der Innenverteidiger, der kurz nach dem Confed Cup in Südafrika im Sommer für acht Millionen Euro Ablöse zum italienischen Meister in die Serie A transferiert wurde.

 

Dass der neue Bayern-Coach Louis van Gaal trotz erheblicher Millionen-Investitionen derzeit mit dem Favoriten in der Bundesliga nur Rang 8 belegt und in der Kritik steht, wundert Lucio nicht. «Wenn Bayern nicht gewinnt, wird es ungemütlich», weiß er. «Bayern hat immer die besten Spieler. Eigentlich ein leichter Job. Aber eine Mannschaft zu formen, das kann nicht jeder. Von allen (Trainern), die ich hatte, war Hitzfeld der Beste», befand Lucio. Begründung: «Er war aufrichtig und konnte aus jedem das Beste herausholen.»

Nach dem Double unter dem inzwischen zum Schweizer Nationaltrainer aufgestiegenen Erfolgscoach Hitzfeld sei es für dessen Nachfolger Jürgen Klinsmann in München automatisch schwierig gewesen, «weil nach einem erfolgreichen Jahr die Motivation niedriger ist». Der frühere Bundestrainer habe zwar «hart gearbeitet», aber auch die nötige Konsequenz vermissen lassen, berichtete Lucio über Klinsmann: «Er war zu gutmütig. Selbst nach Niederlagen hat er nicht durchgegriffen.»


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