Kuranyi versteht Stadion-Flüchtling Toni
München (dpa) - 08.11.2009, 11:04 Uhr
Einer hatte absolutes Verständnis für den Stadion-Flüchtling Luca Toni - nämlich Kevin Kuranyi. Der Schalker Angreifer war vor einem Jahr in der Halbzeitpause des Länderspiels Deutschland gegen Russland (2:1) in Dortmund ebenfalls vorzeitig und frustriert aus der Arena geflohen. Am Tag danach warf Bundestrainer Joachim Löw den Angreifer für die Dauer seiner Amtszeit aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Eine Begnadigung lehnte Löw mehrfach ab. «Es ist immer schwer, wenn man als Spieler in der Halbzeit ausgewechselt wird. Es gibt immer Situationen im Leben, die man nicht ändern kann», kommentierte Kuranyi in München. Toni war beim 1:1 des FC Bayern im Heimspiel gegen Schalke nach seiner Auswechslung zur Pause in seinen Wagen gestiegen und abgebraust - er ließ seine Mannschaft damit wie Kuranyi vor einem Jahr im Stich. Kuranyi war im Oktober 2008 von Löw nicht einmal in den 18-Mann-Kader für das WM-Qualifikationsspiel gegen die Russen nominiert worden und musste sich das Spiel von der Tribüne aus anschauen. Nach 45 Minuten hatte er genug - und floh. Kuranyi hofft, dass Toni eine zu harte Bestrafung durch die Bayern-Bosse und Vereinstrainer Louis van Gaal erspart bleibt: «Ich wünsche ihm, dass er noch viele Tore für Bayern München schießt - aber nicht gegen uns», bemerkte Kuranyi, so von Stadion-Flüchtling zu Stadion-Flüchtling.
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