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Grafite meldet sich mit Tor zurück - Dank an Veh

Sinsheim (dpa) - 08.11.2009, 10:24 Uhr

VfL-Stürmer Grafite (r) trifft gegen Hoffenheims Abwehr zum 2:1.
VfL-Stürmer Grafite (r) trifft gegen Hoffenheims Abwehr zum 2:1.

Als Grafite den VfL Wolfsburg zum 2:1-Sieg bei 1899 Hoffenheim geschossen und damit seine sportliche Wiederauferstehung gefeiert hatte, dankte der tiefgläubige Katholik ausnahmsweise nicht höheren Mächten.

«Ich sage vielen Dank an den Trainer für das Vertrauen, mich spielen zu lassen. Und ich danke meinen Mitspielern. Der Coach und die Mannschaft haben mich in einer schwierigen Zeit immer wieder motiviert. Ich bin sehr glücklich», sagte der «Fußballer des Jahres» nach dem Ende einer fast zweimonatigen Torflaute in der Fußball-Bundesliga.

Zuletzt hatte der Brasilianer am 12. September beim 2:3 gegen Bayer Leverkusen getroffen. Danach folgte der sportliche Absturz mit dem Feldverweis im Champions-League-Heimspiel gegen Besiktas Istanbul als Negativ-Höhepunkt. VfL-Coach Armin Veh schickte den Torschützenkönig der vorigen Saison daraufhin für eine Woche in den Heimaturlaub, der Grafite sichtlich gutgetan hat. «Ich habe viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht. Das war sehr wichtig für mich. Ich bin Armin Veh dankbar, er hat richtig entschieden», sagte der 30 Jahre alte Stürmer des deutschen Meisters.

Mit dem Siegtor brach er gleich im ersten Spiel nach der Auszeit seinen Tor-Bann, der 787 Minuten angedauert hatte. Für einen Torjäger von seinem Format geradezu eine Ewigkeit. «Grafite macht sich zu viel Druck. Er misst sich an seinen 28 Treffern aus dem Vorjahr und will zur Nationalmannschaft. Er war heute wesentlich frischer als vorher. Das Tor tut ihm sicher sehr gut», sagte Veh.

Auch Teamkollege Zvjezdan Misimovic freute sich über das gelungene Comeback des Brasilianers. «Ich habe gesagt, er wird wieder der Alte sein, wenn er zurückkommt. Jetzt hat er den Startschuss gegeben und kann auf der Zielgeraden der Hinrunde noch mal Gas geben. Für uns ist es wichtig, dass er trifft. Es freut mich ungemein für ihn», sagte Misimovic. Der Bosnier hatte vor 29 400 Zuschauern die Hoffenheimer Führung seines Landsmannes Vedad Ibisevic (23.) in der 52. Minute ausgeglichen und den in der ersten Halbzeit schwächelnden Titelverteidiger damit in die Erfolgsspur gebracht.


«Der Sieg war unheimlich wichtig, denn wir haben schon ein paar Punkte liegen lassen», befand Veh. In der zweiten Halbzeit hatte sein Team aufgedreht und an den Gala-Auftritt in der Champions League bei Besiktas Istanbul (3:0) angeknüpft. «Der Trainer hat in der Pause gesagt, dass wir wie in Istanbul auftreten sollen. Wir wollen uns jetzt oben festbeißen», meinte Misimovic. Mit 21 Punkten liegen die seit sieben Spielen unbesiegten «Wölfe» auf Platz 5 in Lauerstellung und wollen nach der Länderspiel-Pause ganz oben angreifen. «Wir wissen, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen», so Misimovic.

Dagegen mussten die Hoffenheimer einmal mehr erkennen, dass sie noch nicht zu einer Spitzenmannschaft gereift sind. Wie schon gegen Bayern München, Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Werder Bremen reichte es im Duell mit einem «Großen» der Branche nicht zum Sieg. «Dieses Spiel hat gezeigt, dass es nicht reicht, nur eine Halbzeit gut zu spielen. Nach solch einer dominanten ersten Halbzeit darf man sich den Sieg gegen eine Mannschaft, die am Dienstag noch gespielt hat, nicht mehr aus der Hand nehmen lassen», monierte Ralf Rangnick.

Der erschreckende Leistungsabfall nach der Pause traf den Fußball- Lehrer bis ins Mark. «Das war zum Teil auch eine Frage des Willens. Wir hatten es nicht verdient, zu gewinnen», kritisierte er sein Team. Torschütze Ibisevic sprach von einer «bitteren Niederlage» und forderte für die Zukunft: «Wir müssen lernen, schlauer zu spielen.»

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