Lahms zentrale Kritikpunkte am FC Bayern
München (dpa) - 08.11.2009, 10:00 Uhr
Bayern Münchens Philipp Lahm im Spiel gegen Schalke.
Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm hat in einem mit dem Verein nicht abgesprochenen Zeitungs-Interview die zentralen Probleme des FC Bayern München aus seiner Sicht benannt. Er hielt unter anderem dem Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß eine fehlende Strategie und eine unglückliche Transfer-Politik vor. Die Deutsche Presse-Agentur dpa dokumentiert die wichtigsten Passagen aus Lahms Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung»: Zum drohenden Champions-League-K.o.: «Wenn man unsere Mannschaft mit anderen Topteams aus der Champions League vergleicht, dann sind diese eben auf sieben, acht Positionen strategisch erstklassig besetzt - und das fehlt uns. Wenn man sich mit Barcelona, mit Chelsea, mit Manchester United messen will - dann braucht man als FC Bayern eine Spielphilosophie. Das muss auch das Ziel des Vereins sein.»
Zur Transferpolitik: «In der Vergangenheit lief das mit den Transfers nicht immer glücklich. (...) Vereine wie Manchester oder Barcelona geben ein System vor - und dann kauft man Personal für dieses System. Man holt gezielt Spieler - und dann steht die Mannschaft. (...) So etwas gibt es bei uns nicht: Dass der Verein etwas vorgibt und alles darauf aufgebaut wird.» Zu den Millionen-Transfers Gomez und Robben: «Der Verein muss sagen, wenn ein Trainer kommt: So spielen wir. (...) Wir haben jetzt viele Spieler, für die es in einem 4-3-3, das unser Trainer gerne spielen möchte, gar keine Position mehr gibt. Zum Beispiel unsere Stürmer. Wir haben wirklich gute Stürmer - aber beim 4-3-3 sitzen zwei, drei immer auf der Bank. Wenn ich einen Mario Gomez kaufe, muss ich sagen: Okay, dann spielen wir mit zwei Spitzen. Und wir haben ja auch in der gesamten Vorbereitung nur 4-4-2 gespielt. Und dann kommt plötzlich Robben, ein toller Spieler, der zu uns passt - und der am liebsten im 4-3-3 spielt. (...) Man darf die Spieler nicht einfach kaufen, weil sie gut sind.» |