Hertha-Irrtum Wichniarek: Nur Tore können helfen
Berlin (dpa) - 30.10.2009, 13:34 Uhr
Artur Wichniarek wechselte im Sommer zurück zur Hertha.
Auf dem Platz ohne Erfolg, von den eigenen Fans ausgebuht, und jetzt auch noch Probleme mit der Justiz: Für «König Artur» läuft derzeit nichts rund. Nach dem Abgang der treffsicheren und charismatischen Hertha-Stürmer Andrej Woronin und Marko Pantelic sollte Artur Wichniarek die Lücke wenigstens ein wenig schließen. Dieser Plan ging beim Tabellenletzten Hertha BSC gründlich daneben. Der 32 Jahre alte Pole, von Juli 2003 bis Januar 2006 schon einmal in der Hauptstadt und in 44 Bundesliga-Spielen nur viermal erfolgreich, passte sich dem sehr bescheidenen Niveau seiner Mitspieler an. Mit keinem einzigen Treffer konnte er bisher die Hertha-Wunden lindern - längst ist der Ex-Bielefelder in Berlin zum Versager und Synonym für Herthas Niedergang abgestempelt. Auch außerhalb des Rasens offenbart sich ein Problemfeld: In seiner Heimat ermittelt die Staatsanwaltschaft Poznan (Posen) gegen ihn wegen angeblicher Veruntreuung von Firmengeldern.
«Ich kann doch nicht für die ganze sportliche Misere der Sündenbock bei den Fans sein. Man kann sich ja mal dazu opfern, aber nicht immer», beklagte sich Wichniarek via «Bild»-Zeitung und fügte hinzu: «Natürlich habe ich ohne Tore keine Argumente bei den Fans. Aber sie sollten daran denken, dass es im Fußball schnell geht. Wenn sich zwei Stürmer verletzen, werde ich gebraucht. Und dann spiele ich im Trikot von Hertha und nicht für Helgoland oder Castrop-Rauxel.» Von den eigenen Fans, auf die der Pole vor der Saison im Trainingslager in Österreich demonstrativ zugegangen war, um für ein besseres Klima zu sorgen, wird Wichniarek trotz krampfhafter Bemühungen gnadenlos ausgepfiffen - und suchte Beistand beim Vorstand. Der neue Vereins-Manager, Herthas früherer Torjäger Michael Preetz, der ihn zurückgeholt hat, versprach ihm «volle Unterstützung» und kündigte - auch wegen fehlender Alternativen bei den finanziell klammen Berlinern - eine Arbeitsplatzsicherung an: «Wir werden den Teufel tun, ihn fallen zu lassen. Aber auf dem Platz können wir ihm nicht mehr helfen». Bei seinem Rechtsstreit in Polen steht der Verein hinter ihm, er erhalte «alle Unterstützung», hieß es. |