Die Schlagzeilen widmen sich vor allem der Zukunft von Trainer Markus Babbel, doch in der Krise des VfB Stuttgart ist auch Manager Horst Heldt unter Beschuss geraten.
«Es ist falsch investiert worden. Die Neuzugänge haben bei weitem nicht die Erwartungen erfüllt», sagte VfB-Ehrenspielführer Guido Buchwald der «Main Post» und legte unmittelbar vor dem Achtelfinale im DFB-Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth nach: «Es tut weh, richtig weh, als Ehrenspielführer des VfB dem VfB zuschauen zu müssen. Diese Mannschaft ist, wie sie sich präsentiert, keine Einheit - obwohl sie mit so großen Erwartungen in die Saison gestartet war.»
Doch Buchwald kritisiert nicht nur die Einkäufe von Alexander Hleb und Pawel Pogrebnjak, die aus dem 35 Millionen Euro-Transfererlös für Stürmerstar Mario Gomez finanziert wurden. «Ich hatte den Verantwortlichen schon lange vor Gomez' Abgang gesagt, sie sollten sich zum Beispiel um Claudio Pizarro kümmern», sagte Buchwald, der seine Aussagen ausdrücklich als Kritik an der Arbeit des Managements um Trainer Markus Babbel und Sportvorstand Horst Heldt verstanden wissen wollte. «Und wenn man sieht, wie viele echte VfB-Junioren inzwischen in Hoffenheim kicken, ist das sehr ärgerlich. Den Andi Beck hätte man für lumpige drei Millionen Euro doch niemals ziehen lassen dürfen, niemals.»
Den VfB-Verantwortlichen dürfte besonders der Zeitpunkt von Buchwalds Breitseite am Tag des extrem wichtigen Pokal-Duells wenig schmecken, doch wirklich überraschend kommt solch ein Angriff nicht. Denn wenn die hohen sportlichen Ambitionen eines Champions-League- Teilnehmers schon früh in der Saison außer Sichtweite zu geraten drohen, steht neben dem Coach auch der Manager in der Verantwortung.
Heldt war im Sommer nach einem Abwerbungsversuch des FC Schalke 04 sogar in den Vorstand des VfB Stuttgart befördert und so mit mehr Macht ausgestattet worden. Kurz vor Saisonbeginn erntete der gewiefte Verhandlungs-Profi Anerkennung für seine Transfer-Coups mit Hleb, Pogrebnjak und Zdravko Kuzmanovic. Heldt hatte nach geplatzten Deals mit Hoffenheims Demba Ba und Klaas-Jan Huntelaar von Real Madrid stets betont, sich vom «überhitzten Markt» nicht «treiben zu lassen» und lange gewartet. Experte Günter Netzer schwärmte von Heldts «verantwortungsvollem» Umgang mit den Gomez-Millionen.