Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hatte nach der Schlappe in Bordeaux Erfolge und eine Reaktion von der Mannschaft und damit auch dem Trainer eingefordert. Den 850. Bundesliga-Sieg in der ausverkauften Allianz Arena muss van Gaal vier Tage vor dem zweiten Duell mit den Frankfurtern im Pokal-Achtelfinale aber erneut ohne Franck Ribéry anvisieren, der ebenso ausfällt wie die verletzten Ivica Olic (Wade) und Edson Braafheid (muskuläre Probleme) sowie der erkrankte Breno (Salmonellen-Infektion). Ribéry wird wegen seiner Patellasehnen-Reizung aber nicht am linken Knie operiert. Diese «gute Entscheidung» sei einvernehmlich mit dem französischen Nationalspieler getroffen worden, berichtete van Gaal. Die neuesten Bilder nach einer Kernspintomographie würden eine «deutliche Verbesserung» an der Sehne zeigen. Er habe die Hoffnung, dass Ribérys Genesung «schneller geht als viele denken», meinte van Gaal. Ribérys französischer Arzt hatte von zwei Monaten gesprochen. Vor dem Comeback drei Wochen nach einer Knie-OP steht Flügelflitzer Arjen Robben. «Er wird aber nicht von Anfang an spielen», kündigte van Gaal an. «Ich zwinge keinen Spieler, zu spielen. Er entscheidet.» Nach dem Rückschlag in Bordeaux sucht der Coach einen besonders engen Draht zu seinen Spielern. «Wenn wir verloren haben, nutze ich mehr die individuellen Gespräche», berichtete er. Angesichts von Platz sechs und sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze vor dem 10. Spieltag forderte Rummenigge, «in der Bundesliga jetzt in eine stabile Phase zu kommen und sich nach oben zu hangeln». Mit Wut im Bauch falle der Wechsel von Champions League auf Bundesliga-Alttag leichter, meinte Kapitän Mark van Bommel: «Wenn man verliert, ist es einfacher umzuschalten.» Dass die Bayern das können, haben auch die Frankfurter schon selbst erlebt. In der Vorsaison schossen sich die Münchner nach einer 0:4-Klatsche beim FC Barcelona mit einem 4:0 gegen die Hessen den Frust von der Seele. Eintracht-Trainer Michael Skibbe, der den verletzten Stürmer Ioannis Amanatidis (Muskelzerrung) ersetzen muss, hofft auf das Gegenteil: «Vielleicht erwischen wir die Bayern ja an einem schlechten Tag. Wir wissen, dass sie angeschlagen sind.»
 |