Hoeneß vor Rollentausch - «Meilensteine gesetzt»
Bordeaux (dpa) - 21.10.2009, 13:11 Uhr
Uli Hoeneß wird beim FC Bayern weiterhin präsent sein.
Als «Abteilung Attacke» wird Uli Hoeneß wohl auch nach seinem bevorstehenden großen Rollentausch beim FC Bayern München nicht verstummen. Das Champions-League-Spiel bei Girondins Bordeaux ist seine letzte Auslandsreise in 30 Jahren als Manager des deutschen Fußball-Rekordmeisters, schon bei der nächsten Partie am 8. Dezember in Turin wird der 57-Jährige erstmals als Präsident und Nachfolger von Franz Beckenbauer die Bayern-Delegation anführen. «Uli Hoeneß wird sich zurücknehmen. Aber er wird nicht weg sein», sagte Karl-Heinz Rummenigge, der selbst als Vorstandsvorsitzender an Bord bleibt. «Ich habe meinen Vertrag bis Ende 2011 verlängert», bestätigte der 54-Jährige auf dem Frankreich-Trip. Das Ausscheiden von Hoeneß aus dem operativen Geschäft bedeutet «eine große Zäsur» in der fast 110-jährigen Vereinsgeschichte, wie Finanzchef Karl Hopfner meinte, der dritte Mann im Vorstand der 2002 geschaffenen FC Bayern München AG. «Das ist eine große Umstellung für den Verein und den Vorstand. Wir haben im Vorstand extrem harmonisch, loyal und - wie ich denke - auch qualitativ gut zusammengearbeitet», sagte Rummenigge und ergänzte. «Ich bin froh, dass Uli im Club bleibt und damit Kontinuität erhalten bleibt.»
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Hoeneß geht - und bleibt doch, wenn er am 27. November wie vorgesehen auf der Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Franz Beckenbauer als Vereinspräsident gewählt wird. Den 64-jährigen Beckenbauer, der zum Ehrenpräsident gekürt werden soll, wird er dann auch als Aufsichtsratsvorsitzender der AG ablösen. «Ich werde sehr, sehr aktiv für diesen Verein weiterarbeiten», hat Hoeneß angekündigt - anders ist es für viele auch nicht vorstellbar. «Uli ist die Bayern-Seele», sagte sein Freund und Bayern-Ex-Trainer Jupp Heynckes. «Er ist ein Mann, der schwer zu ersetzen ist», sagt Rummenigge über den langjährigen Weggefährten. «Wir hatten in der Geschichte des FC Bayern nur zwei Manager, Robert Schwan und noch länger Uli Hoeneß. Er hat Meilensteine gesetzt.» Nach dem viel zu frühen Ende seiner Profi-Karriere wegen chronischer Kniebeschwerden übernahm der Weltmeister von 1974 den Posten im jungen Alter von 27 Jahren. |