Vier Tage vor dem rheinischen Bundesliga- Derby haben der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach ihre Anhänger zu einem friedlichen Miteinander aufgerufen.
«Lasst uns zurückkehren zu einem Derby mit aller sportlichen Rivalität, aber ohne Hass und Gewalt», sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers bei einer gemeinsamen Pressekonferenz beider Fußball-Clubs. Trotz der Krawalle im vergangenen Jahr will Kölns Geschäftsführer Michael Meier wieder mit dem Fanzug nach Mönchengladbach reisen. «Das soll ein Beitrag dazu sein, dass wir die Dinge, die von einer Minderheit kommen, ernst nehmen», sagte Meier, der vom früheren FC-Profi Ümit Özat begleitet wird.
Im Oktober 2008 hatte es nach Ausschreitungen in Gladbach elf Festnahmen wegen Landfriedensbruchs gegeben. Obwohl damals Shuttle-Busse mit Kölner Anhängern unter anderem mit Leuchtraketen beschossen worden waren, tritt Meier die Reise ohne Sorgen an. «Ümit hat schon gefragt: Was passiert denn da? Aber ich habe es nicht als bedrohlich empfunden und nicht an meinem Leben gezweifelt», sagte Meier. Es dürften keine Provokationen auf beiden Seiten geben, erklärten die Vereinsvertreter. Rund 200 Kölner Fans hatten nach den Attacken im vergangenen Jahr versucht, zum Fanhaus der Borussia vorzudringen.
Um eine erneute Eskalation beim «Hochsicherheitsspiel» (Schippers) zu vermeiden, soll es intensive Eingangskontrollen geben. Im Stadion wird kein Alkohol ausgeschenkt. «Der Alkoholkonsum gibt einem schon zu denken», sagte Meier aus der Erfahrung seiner Fahrt mit den eigenen Fans. Dass durch die Zusammenarbeit aus der gegenseitigen Abneigung in Zukunft eine Fanfreundschaft entstehen wird, glaubt der FC-Geschäftsführer jedoch nicht: «Netzer und Overath waren ja früher auf dem Platz auch keine Freunde.»