Fall Prince Tagoe: Entscheidung am 21. Oktober
Frankfurt/Main (dpa) - 20.10.2009, 11:18 Uhr
Prince Tagoe war im Sommer zu 1899 Hoffenheim gewechselt.
Im Fall des möglicherweise herzkranken Fußball-Profis Prince Tagoe vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim soll am 21. Oktober eine Entscheidung fallen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL), bestätigte einen Bericht der «Rhein-Neckar-Zeitung», wonach sich der von ihr eingeschaltete Gutachter Michael Böhm und die Parteien in Frankfurt/Main an einen Tisch setzen werden. Momentan darf Tagoe nicht in der Bundesliga spielen, da er keine Spiellizenz hat. Um den 22 Jahre alten Neuzugang aus Ghana tobt ein Rechtsstreit, weil es zu seiner möglichen Sport-Untauglichkeit unterschiedliche Aussagen gibt. Der Heidelberger Professor Hugo Katus hatte diese vor fast einem Vierteljahr festgestellt. Daraufhin hat Hoffenheim dem Angreifer, der vom saudi-arabischen Club Al-Ittifaq Dammam gekommen war und einen Vertrag bis 2012 hat, gekündigt, nahm die Kündigung dann aber wieder zurück. Tagoes Anwalt Markus Buchberger hatte verschiedene Mediziner vorzuweisen, die den Spieler als gesund bezeichneten.
Tagoe trainiert derzeit mit dem früheren Zehnkampf-Weltmeister Torsten Voss und sagt: «Ich bin hundertprozentig fit.» Als «absurd und lebensgefährlich» hatte wiederum Hoffenheims Anwalt Markus Schütz das Vorgehen von Tagoe und seinen Beratern bezeichnet. Buchberger war mit einer Auskunftsklage vor dem Heidelberger Arbeitsgericht gescheitert. Er wollte klären lassen, wann und durch wen der Verein von der angeblichen Herz-Erkrankung des Stürmers erfahren habe. Zudem wollte er wissen, ob Tagoes bei dem obligatorischen Medizin-Check vor der Vertragsunterzeichnung kardiologisch-internistisch untersucht wurde. Auf Vorschlag der Kommission Sportmedizin des Deutschen Fußball- Bunds (DFB) hat Böhm nun die Sporttauglichkeit des Profis überprüft. Das Ergebnis des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie soll am Mittwoch bekanntgegeben werden. Bei der Auseinandersetzung geht es auch um viel Geld: Tagoe soll nach Medienberichten ein Antrittsgeld von 1 Million Euro erhalten haben und im Jahr eine halbe Million verdienen.
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