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Grafites Motz-Attacke stört - Aber Veh zufrieden

Wolfsburg (dpa) - 06.10.2009, 13:12 Uhr

 Wolfsburgs Grafite (r) reicht Veh beim Spiel gegen Moskau die Hand.
Wolfsburgs Grafite (r) reicht Veh beim Spiel gegen Moskau die Hand.

Wolfsburg (dpa) - Die Motz-Attacke von Bundesliga-Torschützenkönig Grafite stört den Betriebsfrieden beim VfL Wolfsburg. Die Fangemeinde ist gespalten, auf der Homepage des deutschen Meisters halten sich Pro und Contra über die Kritik des Stürmers am Coach die Waage.

Armin Veh will nun mit Grafite sprechen. In seiner Bilanz nach knapp einem Viertel der Bundesliga-Saison erwähnte der Trainer den Ärger nicht. «Hätten wir in Bochum gewonnen, dann wären wir mit 15 Punkten sehr gut dabei. Insgesamt bin ich trotzdem zufrieden. Wir spielen ordentlichen Fußball und sind auf einem guten Weg», sagte Veh, für den Platz sieben in der Bundesliga, das Aus im DFB-Pokal sowie Sieg und Niederlage in der Champions League zu Buche stehen.

Der brasilianische Torjäger Grafite, der nach seiner frühen Auswechslung beim 1:1 in Bochum mehr Respekt von Veh gefordert hatte, muss mit einer Strafe rechnen. Ihm droht im nächsten Spiel von Beginn an ein Platz auf der Ersatzbank. Auch eine Geldstrafe für die Äußerung «Ich habe eine Geschichte in diesem Club und ein bisschen mehr Respekt verdient» ist denkbar. «Grafite muss sich ordentlich benehmen», erklärte VfL-Aufsichtsratsmitglied Stephan Grühsem in der «Wolfsburger Allgemeine Zeitung».

Wie viele Fans zeigt aber auch die Vereinsführung ein gewisses Verständnis für den 30 Jahre alten Stürmer, der gegen Moskau in der Champions League drei Tore erzielte, in der Bundesliga aber erst zweimal traf. Im Meisterjahr gelangen Grafite 28 Tore, in dieser Saison läuft er seiner Bestform hinterher. «Er ist nicht da, wo er mal war. Wir dürfen nicht vergessen, dass er aus einer überdurchschnittlichen Saison kommt. Er bildete mit Dzeko das beste Sturmduo aller Zeiten. Jetzt klappt wenig. Da ist es doch klar, dass viel Frust und Verzweiflung dabei sind», urteilte Grühsem.

Auch außerhalb der Bundesliga klappt es nicht nach Wunsch für den «Fußballer des Jahres» in Deutschland. Brasiliens Nationalcoach Carlos Dunga ließ Grafite erneut links liegen und nominierte ihn auch in dieser Woche nicht für die Seleçao. Der Traum von der WM-Teilnahme 2010 in Südafrika erhielt damit einen weiteren Dämpfer. Statt der Reise nach Rio ist nun ein Gespräch mit Veh in Wolfsburg angesagt. Der hat seinen formschwachen Angreifer bisher stets in Schutz genommen. «Er macht sich selbst einen so hohen Druck, dass ihm die Leichtigkeit fehlt» hatte Veh den Leistungsabfall erklärt. Mit so viel Rücksicht darf Grafite nun nicht mehr rechnen, auch wenn Grühsem dies zu bedenken gibt: «Ich rate nur allen, nicht nervös zu werden.»


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